Wasser marsch! oder Wenn man Katzen mal alleine lässt …

Wir müssen heute mal etwas beichten …

Unsere Uta hat sich ja was einfallen lassen, damit wir in ihrer Abwesenheit nicht mehr den Wasserhahn öffnen können

Hat dieses Mal nicht geklappt. Wir verraten aber nicht, wie wir das geschafft haben. Dafür war unser Schlaffell pitschnass und Uta sauer. Wir haben uns dann mal lieber versteckt. Sicher ist sicher!

Bilder: Uta Wentzke

Ist die Katze (wieder) gesund … – Neuigkeiten von Samira

Ein paar Wochen lang ging es mir nicht so gut. Dumm nur, dass ich es meinen beiden Dosenöffnern nicht begreiflich machen konnte. Der Bauch tat mir etwas weh und der Gang zum Katzenklo war gar nicht mehr angenehm. Meine Dosenöffner dachten vielleicht einfach nur, ich wäre jetzt eine ältere Dame und daher etwas ruhiger. Ich musste also zu härteren Maßnahmen greifen. Darum habe ich hier und da ein paar Tröpfchen gemacht und das verstanden sie dann endlich.

Ich konnte ja noch nicht ahnen, dass mir eine ganz neue Erfahrung zuteil werden würde. Ehe ich es mich versah, steckte mich mein Frauchen in eine Plastekiste mit Gitter und ich wurde aus dem Haus getragen. Das war aufregend! Vor Schreck vergaß ich, ihr mitzuteilen, dass ich gern eine Erklärung hätte. Ich setzte mich in die hinterste Ecke der Kiste und blinzelte nur vorsichtig in die unbekannte Welt hinaus.

Wir betraten ein anderes Haus. Mein Frauchen setzte die Kiste auf einen Stuhl, so dass ich meine Umgebung gut beobachten konnte. Andere Vierbeiner saßen bereits in dem Raum mit ihren Dosenöffnern und es roch nach Aufregung und Angst. Dann war ich an der Reihe. Ein netter Mann in weißen Hosen hob mich aus der Transportbox und tastete mich ab. Dann rasierte er meinen Bauch, pappte eine kalte und glibbrige Masse darauf und glitt mit so einem Plastedings über mein nacktes Bäuchlein. Das fühlte sich merkwürdig an, aber wenigstens tat es nicht weh. Zum Glück dauerte die Prozedur nicht lange und ich durfte wieder in meine Transportbox, in die ich nun freiwillig stieg. Da ich alles brav über mich ergehen ließ, lobte mich mein Frauchen über alle Maßen. Das ließ ich mir natürlich gern gefallen. Endlich stahl mir meine Schwester Nelly mal nicht die Show.

Der nette Mann mit der weißen Hose erklärte nun meinem Frauchen, was mich krank gemacht hatte. Ein großer Blasenstein war der Übeltäter. Daher die Schmerzen auf dem Katzenklo. Aber erst einmal durfte ich wieder nach Hause. Meine Schwester fauchte mich gleich zur Begrüßung an und wollte mich nicht in ihrer Nähe haben. Scheinbar roch ich anders als sonst. Tagelang versuchten die Dosenöffner dann, mich dazu zu bewegen, die Medikamente freiwillig zu nehmen. Aber nicht mit mir! Am Ende haben sie mich dann aber doch ausgetrickst. Danach ging es mir schon etwas besser.

Ein paar Tage später gab es für mich kein Abendbrot. Darüber war ich überhaupt nicht erfreut. Wollten mich die Dosenöffner noch mehr ärgern? Ich schmuste und stupste, ich miaute in den höchsten Tönen, aber es half alles nichts – ich musste hungern. Am nächsten Morgen dasselbe Spiel, wieder nicht ein Krümel von meinem leckeren Futter. Im Gegenteil, Herrchen packte mich schon wieder in die Transportbox und erneut saß ich in diesem Gebäude von dem Mann mit der weißen Hose. Was sollte ich denn nun schon wieder hier?

Ehe ich es mich versah, landete ich im Land der Träume. Als ich wieder aufwachte, war mir ganz merkwürdig. Ich konnte kaum laufen, mein Kopf war schwer und ich hatte so einen komischen Verband am Bauch. Zu allem Überfluss wurde ich in einen türkisfarbenen Anzug gesteckt, um nicht an meiner Wunde lecken zu können. Das Ding stand mir irgendwie gar nicht, ich sah aus wie eine Katze vom Mars. Und was sollte das überhaupt alles? Der Mann mit der weißen Hose erklärte mir dann, dass er mir den bösen Stein aus dem Bauch geholt hätte, damit ich keine Schmerzen mehr habe. Alles klar, dachte ich mir, und bin erst mal wieder eingeschlafen. Der musste mir eine ganz schöne Dröhnung verpasst haben.

Ein paar Stunden später holte mich Herrchen dann ab und ich kam wieder in mein geliebtes Zuhause. Meine Schwester Nelly sah mich, machte große Augen und suchte das Weite. Das fand ich gar nicht nett von ihr, mich so unfreundlich zu begrüßen. Immerhin sind wir sonst ein Herz und eine Seele. Ich war aber immer noch so müde, dass ich mich darüber gar nicht lange aufregen konnte, sondern den ganzen Abend und die Nacht verschlief.

Am nächsten Morgen fühlte ich mich blendend, hatte keine Schmerzen mehr und einen Mordshunger. Nur erkannte mich meine Schwester scheinbar immer noch nicht, lag wahrscheinlich an dem neuen Fummel, den ich trug. Immer wenn sie mich sah, machte sie sich aus dem Staub und ließ sich nicht mehr blicken. Das war komisch. Ich wollte spielen, denn es ging mir ja wieder gut. Also rannte ich hinter ihr her, aber sie fauchte nur und verzog sich. Roch ich vielleicht komisch? Oder war sie gar neidisch auf mein neues Kleidungsstück? Ich war jedoch einfach nur froh, dass mich keine Schmerzen mehr plagten. Meine Freude darüber zeigte ich meinen Dosenöffnern deutlich. Ich schnurrte so laut wie sonst nie, so dass sie sogar den Fernseher lauter drehen mussten, und animierte sie ständig zum Kuscheln. Meine Schwester gesellte sich leider nicht zu uns. Sie wollte nicht mal in der Badewanne am Wasserhahn mit mir spielen, unsere Lieblingsbeschäftigung. Da konnten auch die Dosenöffner nichts ausrichten.

Ich bekam nun jeden Tag Medizin ins Mäulchen geträufelt, die nicht mal übel schmeckte. Dafür wurde ich auch noch über alle Maßen gelobt. Der Gang aufs Katzenklo war auch kein Problem mehr.

Nach acht Tagen war es endlich soweit. Frauchen zog mir meinen Anzug aus und ich sah wieder aus wie eine normale Katze. Ich genoss die neue Freiheit, drehte mich um die eigene Achse, hüpfte umher und fühlte mich rundum wohl. Und großen Appetit hatte ich auch.

Das Ding bin ich nun los

Meine Schwester betrachtete mich zwar immer noch mit einem scheelen Blick, erkannte mich dann aber doch wieder. Nach ein paar vorsichtigen Annäherungsversuchen tobten wir dann auch wieder zusammen. Meine Dosenöffner waren hellauf begeistert über die gelungene Familienzusammenführung.

Mein Frauchen wollte dann aber auch mal die neue Narbe bestaunen und forderte mich auf, ihr meinen Bauch zu zeigen. Ihr hättet ihr Gesicht sehen sollen, als ich mich wie ein Nackenhörnchen auf den Rücken geworfen und ihr mein nacktes Bäuchlein präsentiert habe. Das wurde natürlich sofort fotografisch festgehalten. Ich bin halt sehr fotogen und genieße diese Aufmerksamkeit.

Schaut euch mal die feine Narbe an

Mir geht es großartig und ich bin total glücklich, wieder schmerzfrei herumtoben zu können. Der Blasenstein ist Geschichte und ich bekomme jetzt Medikamente und anderes Futter, damit so ein böser Stein nie wiederkommt.

Dicke Tatzengrüße von eurer Samira

Text und Fotos: Uta Wentzke

Hilfe für den Zoo Dresden

Liebe Leserinnen und Leser,

die Zeiten sind für alle hart, auch für unseren Zoo in Dresden. Mitarbeiter müssen bezahlt werden, die Tiere benötigen Futter. Ab 18.03.2020 musste er für den sonst regen Besucherstrom seine Tore schließen und keiner weiß, wie lange dieser Zustand anhalten wird. Die Dresdner lieben ihren Zoo, so wie wir auch.

Und deshalb möchten wir euch heute darum bitten, dem Zoo auch jetzt eure Treue zu halten. Das ist natürlich momentan nicht mit einem Besuch möglich. Aber es gibt die Möglichkeit zu spenden oder eine Tierpatenschaft zu übernehmen. Ihr könntet auch eine Jahreskarte erwerben, die ihr dann bei Wiedereröffnung gleich für einen ersten Besuch nutzen könnt.

Beim Verein „Zoo-Freunde Dresden e. V.“ könnt ihr euch über die Möglichkeiten zur Unterstützung informieren: Spende oder Tierpatenschaft. Außerdem bittet der Zoo auch um direkte Spenden für eine neue Orang-Utan-Anlage.

Hier gibt es noch allgemeine Informationen zum Zoo Dresden.

Wir bedanken uns jetzt schon mal im Namen der Tiere des Zoos:

 

 

Liebe Grüße, eure Susanne und Uta

abc.etüden – 04/05-2020 – Nr. 2

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Liebe Leserinnen und Leser,

hier folgt nun meine 2. Etüde für die Textwochen 4 und 5, ins Leben gerufen von Christiane (Blog „Irgendwas ist immer“). Die 3 Wörter wurden von OnlyBatsCanHang gespendet.

Manchmal nennt mich mein Dosenöffner Papiertiger, wenn ich wieder einmal die Krallen ausfahre, aber der irrt sich mächtig. Ich mag niedlich aussehen, trotz alledem steckt etwas Großes in mir. Das weiß meine Schwester auch und lässt mir stets den Vortritt am Futternapf.
Die Tage plätschern mitunter vor sich hin, aber als Katze, Entschuldigung, ich meine als Tiger, kann man es sich gutgehen lassen und solche Momente einfach verschlafen.
Meine Schwester meinte einmal zu mir, unser Leben sei belanglos, da wir keine Aufgabe hätten. Da hat sie sich aber einen Pfotenhieb von mir eingefangen. Unsere wichtigste Aufgabe ist es, den Dosenöffner immer auf Trab zu halten, damit wir rund um die Uhr mit bestem Futter, weichen Decken und Spielzeug bei Laune gehalten werden. So ein Katzenleben ist doch die Krönung.
Ich bemitleide meine Mitkatzen, die genötigt sind, sich ihre Nahrung selbst zu fangen. Ich muss nur einmal mauzen und schon wendet sich der Dosenöffner mir zu, fragt, ob ich etwas zu fressen möchte oder er mir den Wasserhahn aufdrehen soll. Wer sagt da noch, unser Leben wäre belanglos? Was würde der arme Dosenöffner denn ohne uns machen? Dann hätte sein Leben doch gar keinen Sinn.

(194 Wörter)

 

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Text: Susanne Sommerfeld

Fotos: Uta Wentzke