Darf ich vorstellen? – Mochi

Meine liebe Brieffreundin aus Amerika hatte ja vor einiger Zeit ihren geliebten Kater Auggie über die Regenbogenbrücke gehen lassen müssen. Nun hat sich unverhofft neuer Nachwuchs eingestellt. Eigentlich hatte sie gar nicht vor, so schnell eine neue Katze in ihr Leben zu lassen, aber Mochi – so der Name des Neuzugangs – ist ein Notfall und brauchte dringend ein Zuhause.

Wer kann auch so einer niedlichen Miez widerstehen? Bei meiner Freundin wird sie ein schönes Leben haben, dessen bin ich mir ganz sicher.

 

Text: Susanne Sommerfeld

Fotos: Shangching

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Yellowstone (3)

Im dritten Teil meiner Yellowstone-Reihe soll es um die Tiere gehen, wegen denen ich diese Reise überhaupt erst angetreten haben: die Wölfe. Schon immer haben mich die Ahnen unserer Hunde fasziniert und ich habe mich noch mehr mit ihnen und ihrem Verhalten beschäftigt, als ich meinen eigenen Hund bekam.

 

Wölfe gab es früher zahlreich im Yellowstone-Nationalpark, jedoch wurden sie bis Ende der 1920er Jahre komplett ausgerottet. 1995 erfolgte ein Wiederansiedlungsprojekt mit 31 Tieren, die aus Kanada eingeflogen wurden. Zuerst mussten sie einige Zeit in einem Gehege im Nationalpark verbringen, wurden dann aber freigelassen. Seitdem hat sich eine recht stabile Population mit mehreren Rudeln gebildet. Frei von Verfolgung sind die Wölfe dennoch nicht. Immer wieder trachten ihnen Menschen nach dem Leben. Im Park dürfen sie nicht getötet werden, aber es gab etliche Abschüsse, sobald ein Wolf die Parkgrenzen verließ. Die Situation ist also leider ähnlich wie bei den Bisons.

 

Die ersten Fotos stammen von Tieren, die im Grizzly and Wolf Discovery Center in West Yellowstone leben. Das war unser erstes Zusammentreffen mit Wölfen. So nah kommt man den Tieren im Nationalpark dann natürlich nicht.

 

 

 

Da ich damals noch keine digitale Spiegelreflexkamera besaß, sind die folgenden Fotos nicht sonderlich hochqualitativ, aber ich war froh, dass ich so viel Zoom hatte, dass ich die Tiere noch halbwegs erkennen konnte. Diese Aufnahmen entstanden am frühen Morgen im Nationalpark. Es war sehr kalt, ca. -25 °C, aber die Begegnung mit den Wölfen ließ uns alle die Kälte vergessen. Als das Rudel dann noch anfing zu heulen, war es um uns geschehen. Sogar ein paar Tränchen flossen, Freudentränen selbstverständlich. Ich hatte schon vorher Wölfe heulen hören, z. B. im Wildpark Schorfheide, aber wenn man dieses Spektakel bei freilebenden Wölfen erlebt, dann ist das ein ganz anderes Erlebnis und sehr überwältigend.

 

 

 

 

 

In den folgenden Tagen haben wir immer wieder Wölfe gesehen, u. a. an einem Riss und auch bei einer Jagd. Dank unserer Reiseleiterin konnten wir die Tiere durch ihr Spektiv gut beobachten. Es ist allerdings sehr viel Geduld gefragt, denn nicht immer kommt man den Wölfen auf die Schliche. Nach einer üppigen Mahlzeit zum Beispiel liegen sie den Rest des Tages auf der faulen Haut und verdauen. Oftmals haben wir stundenlang nach ihnen Ausschau gehalten und mussten auch mal feststellen, dass das Objekt in weiter Ferne kein Wolf ist, sondern ein grauer Stein. 🙂

 

Text und Fotos: Susanne Sommerfeld

Yellowstone (2)

Im zweiten Teil meines Berichts über meine Reise in den Yellowstone-Nationalpark im Jahr 2005 soll es nun um den Kojoten gehen.

 

 

 

 

Der Kojote gehört ebenso wie der Wolf zur Familie der Hundeartigen. Er ähnelt dem Wolf und wird auch gern mit diesem verwechselt, ist aber schmaler und kleiner. Ich habe während meiner Reise etliche Kojoten gesehen. Meistens sind sie allein unterwegs, manchmal habe ich zwei Tiere zusammen gesehen. Sie müssen immer Vorsicht walten lassen, besonders, wenn sie fressen. Der Wolf ist ihnen nicht freundlich gesonnen und ihnen droht der Tod, wenn sie von einem Rudel überrascht werden.

 

 

Meine schönste Begegnung mit einem Kojoten hatte ich, als die Reisegruppe an einem Aussichtspunkt parkte und wir alle ausstiegen und Ausschau nach Wölfen hielten. Auf einmal kam ein Kojote von der Straße auf uns zu. Er schien vor sich hin geträumt zu haben, denn er bemerkte uns erst sehr spät.

 

 

 

 

Im ersten Moment stutzte er und überlegte, ob er lieber einen großen Bogen um uns machen sollte, dann aber ging er ganz entspannt an uns vorbei und setzte seinen Weg auf der geräumten Straße fort. Aber nicht, ohne sich vorher noch einmal nach uns umzuschauen.

 

 

 

 

Besonders putzig ist es, wenn die Kojoten heulen. Genau wie ihr großer Bruder, der Wolf, legen sie den Kopf in den Nacken. Doch ihr Heulen ist höher und wird ab und zu mit einem Bellen unterbrochen.

 

 

In Amerika sind Kojoten oft nicht gerade beliebt und werden gejagt. Doch das hat sie nie an den Rand der Ausrottung gebracht, im Gegensatz zum Wolf. Sie sind gewitzt und haben sich teilweise sogar in Städten durchgesetzt.

 

 

Text und Fotos: Susanne Sommerfeld

Yellowstone (1)

Es ist schon etliche Jahre her, aber ich erinnere mich immer wieder gern an meine erste Reise ins Ausland, nach Amerika in den Yellowstone Nationalpark. Im Januar 2005 war das – genau 10 Jahre nach der Wiederansiedlung der Wölfe im Park. Diese Wölfe waren auch der Anlass für die Reise. Als Mitglied einer kleinen Reisegruppe unter Leitung von Elli Radinger, der Gründerin der Gesellschaft zum Schutz der Wölfe e. V., startete ich in das Abenteuer.

 

 

In meinem ersten Beitrag zu dieser Reise soll es um die Bisons gehen. Denn dies waren die ersten großen freilebenden Tiere, die ich im Park zu sehen bekam.

 

 

 

 

Sind sie nicht imposant? Diese sanften Riesen versammeln sich vor allem im Winter im geschützten Lamar Valley, da es dort weniger Schnee und mehr Futter gibt. Die einzige Straße im Park, die im Winter von Schnee befreit wird, führt genau durch dieses Tal und ich kam somit jeden Tag in den Genuss ihres Anblicks.

 

 

 

Im Winter nehmen sie auch gern die geräumte Straße. Dann heißt es „Bisonstau“. Die Bisons haben „Vorfahrt“ im Park und die Autofahrer müssen warten. Die Ranger des Parks überwachen dies auch penibel. Wer sich nicht an die Parkregeln hält, bekommt teilweise sogar ein Verbot, den Park in den nächsten Monaten zu betreten.

 

 

 

Auf die Kleinen wird besonders geachtet. Wenn Gefahr besteht, werden die Jungtiere in die Mitte genommen und die älteren Tiere bilden einen Kreis um sie. So sind sie gut geschützt vor Angriffen durch Raubtiere. Doch das größte Raubtier, das ist – wie immer – der Mensch.

 

 

Was ich damals noch nicht wusste, ist, dass die Bisons bedroht sind. Ja, sie leben in einem Nationalpark und ja, dort sind sie halbwegs sicher. Aber Bisons wandern und sie kennen keine Parkgrenzen. Sehr zum Ärger der Rinderzüchter, die auf den Weiden rund um den Park ihre wertvollen Rinder grasen lassen. Durch die Bisons fühlen sie sich bedroht, da diese die Ressource Gras ebenfalls beanspruchen. Und so kam die Geschichte mit der Brucellose auf. Dies ist eine Erkrankung, die u. a. von Hirschen auf Rinder übertragen werden kann. Allerdings ist meines Wissens nach kein Fall bekannt, bei dem diese Erkrankung von einem Bison auf ein Rind übertragen wurde. Da die Rinderzüchter jedoch eine große Lobby darstellen, wird dieser Fakt auch vom Parkmanagement ignoriert. Hunderte Bisons werden jedes Jahr getötet, wenn sie die Parkgrenzen übertreten. Sie werden eingefangen, getestet und kommen dann entweder ins Schlachthaus oder werden an private Züchter verkauft. Mit gesunden und kräftigen Bisons lässt sich gut Geld machen.

 

 

Zum Glück gibt es vor Ort Menschen, die sich täglich dafür einsetzen, dass die Bisons verschont werden bzw. nicht mehr so abscheulich gejagt und getötet werden wie noch vor einigen Jahren. Die Mitglieder der Buffalo Field Campaign (BFC) verdienen meinen größten Respekt. Hier könnt ihr mehr über diesen Verein erfahren: Buffalo Field Campaign.

 

 

Trotz des Einsatzes sind in diesem Winter schon wieder mehr als 800 Tiere getötet worden und ca. 100 befinden sich in der Stephens Creek-Auffangstation, aus der sie mit Sicherheit nicht lebend herauskommen. Weniger als 3700 Tiere leben noch frei im Park. Das klingt vielleicht erst mal nicht so wenig, aber zur Erhaltung einer gesunden Population ist es auf Dauer zu wenig. Und das Töten geht weiter.

 

 

 

 

Ich hoffe so sehr, dass es gelingen wird, die Yellowstone-Bisons zu schützen, auch außerhalb der Parkgrenzen. Bilder wie die obigen sollten noch in vielen Jahrzehnten für Besucher zu sehen sein.

 

Im nächsten Teil geht es um einen nahen Verwandten des Wolfs: den Kojoten. Auch er lebt im Yellowstone Nationalpark und ist recht häufig zu sehen. Ich hatte das Glück, ihm sehr nah zu kommen.

 

 

Text und Fotos: Susanne Sommerfeld

 

Darf ich vorstellen: Auggie

Liebe Leserinnen und Leser,

 

heute möchte ich euch ein zauberhaftes Kätzchen vorstellen: Auggie.

 

Auggie ist bereits 14 Jahre alt und wohnt derzeit in Los Angeles, bei Shangching, einer Brieffreundin von mir. Er ist aber schon mehrfach umgezogen in seinem Leben und das quer durchs Land. Von San Diego nach Virginia und dann zurück nach LA. Da er gern Auto fährt, war dies kein Problem, solange er zum Autofenster hinausschauen durfte. Brav saß er während der Fahrt in seiner Transportbox und durfte während der Pausen im Auto herumlaufen. Am wohlsten fühlt er sich aber natürlich in seinem Zuhause auf dem Sofa.

 

 

 

Shangching und ich schreiben uns schon seit vielen Jahren, ganz konventionell auf Briefpapier und meist mit Füllfederhalter. E-Mails schicken wir uns nur im Notfall, wenn es mal ganz schnell gehen soll. So ist über Jahre eine schöne Brieffreundschaft entstanden, die ich nicht missen möchte. Quer über den Ozean fliegen unsere Briefe und auch das ein oder andere Päckchen und es ist schön zu wissen, dass in fast 10.000 km Entfernung jemand an einen denkt. Und vielleicht werden wir uns in Zukunft auch mal persönlich kennenlernen.

 

Text: Susanne Sommerfeld

Fotos: Shangching