Prinzesschen und Anton

Ein herzzerreißendes Maunzen riss Prinzesschen aus ihren Träumen. Anton saß im Garten und bot einen kläglichen Anblick. Sein Fell war vollständig von einer Schmutzschicht undefinierbarer Herkunft überzogen und er zitterte. Prinzesschen sprang von der Fensterbank und sauste durch die Katzenklappe nach draußen.
»Was ist denn mit dir passiert?«
Sie rümpfte die Nase. Er verströmte einen Geruch, als wäre er aus einer Mülltonne gestiegen.
»Frag nicht«, brummte Anton. »Meine Familie…«
»Deine Familie hat dir das angetan?«
Prinzesschen sträubte entrüstet das Fell und warf ihren bitterbösesten Blick hinüber zum Nachbarhaus.
»Nun lass mich doch mal ausreden.«
Anton schüttelte sich und Prinzesschen machte einen Satz nach hinten, um nichts von dem Dreck abzubekommen.
»Hey, pass doch auf. Mein schönes Fell.«
Sein beleidigter Blick traf sie ins Herz.
»Entschuldigung«, murmelte sie.
»Meine Familie ist in den Urlaub gefahren.«
»Wie kann man denn zu Weihnachten wegfahren?«
»Sie haben keine Lust auf Weihnachtsbaum und Weihnachtsgans, sagen sie. Und auf die stressige Familienfeier auch nicht.«
»Kann ich nachvollziehen«, sagte Prinzesschen und erinnerte sich an das letzte Weihnachtsfest. Der verrückte Dalmatiner hatte beinahe das ganze Fest ruiniert. Der arme Baum musste gleich am ersten Tag dran glauben.
»Vor ein paar Tagen haben sie mich deswegen in der Tierpension abgeliefert.«
Tierpension, das Unwort schlechthin für alle Hunde und Katzen, die jedes Jahr dort für ein paar Wochen untergebracht wurden, damit ihre Dosenöffner sich an den Strand legen konnten. Und das alles nur, um danach mit hochroten Köpfen und verbrannten Rücken wieder heimzukehren.
»Zumindest dachte ich, es wäre eine Tierpension…«
»Was meinst du damit?«
Anton schüttelte sich erneut. Braune Schmutztropfen trafen Prinzesschen im Gesicht. Sie fauchte, aber ein Blick in seine traurigen Augen ließ sie verstummen.
»Es war keine Tierpension, es war das Tierheim. TIERHEIM, verstehst du?«
Prinzesschen sprang auf und machte einen Buckel. Im Tierheim zu landen, war das Schlimmste, was einer Katze widerfahren konnte. Das wusste sie von den Mayers. Die schauten jeden Sonntag eine Fernsehsendung, in der Tiere neue Dosenöffner suchten. Frau Mayer saß dann immer mit Tränen in den Augen vor der Flimmerkiste. »Die armen Tiere. Wie können die Menschen nur zulassen, dass sie ins Tierheim kommen?«

Frau Mayer hatte Anton mit einem nach Lavendel duftenden Shampoo gewaschen, was er ihr sichtlich verübelte. Eine Schüssel mit Thunfisch und eine Extrastreicheleinheit später war er wieder versöhnt und schnurrte wohlig vor sich hin. Prinzesschen fühlte eine Welle der Eifersucht aufsteigen, schämte sich aber sofort dafür. Was hatte ihr Freund alles erleben müssen in den letzten Tagen. Er hatte diese Pause wahrlich verdient.

»Hast du mit den Brinkmanns gesprochen«, fragte Herr Mayer.
Prinzesschen spitzte die Ohren. Auch Anton öffnete langsam seine Augen und vergaß vor Schreck, weiter zu schnurren.
»Du wirst es nicht glauben, die sind doch tatsächlich ausgezogen. Ich kann mir das überhaupt nicht erklären. Die müssen vollkommen überstürzt verschwunden sein. Das Haus ist komplett leergeräumt.«
Herr Mayer schüttelte den Kopf und betrachtete Anton mit einem zutiefst betrübten Blick.
»Wo eine Katze satt wird, bekommen wir auch den Kater satt«, sagte er seufzend und kraulte Antons dicken Bauch.

Anton saß vor dem Weihnachtsbaum und spielte mit einer glitzernden Kugel.
»Das würde ich lassen, wenn du hier wohnen bleiben willst. Frau Mayer ist in solchen Dingen sehr empfindlich.«
»Nun sei doch kein Spielverderber, Prinzesschen.«
Anton konnte die Kugel einfach nicht aus den Augen lassen. Sein roter Pelz, der nun wieder glänzte, spiegelte sich darin. Was für ein prachtvoller Kater er doch war. Seine Familie würde es bereuen, ihn zurückgelassen zu haben.
»Sind die beiden nicht zauberhaft?«, jubelte Frau Mayer.
Prinzesschen runzelte die Stirn. Die Eifersucht pikste sie mit ihrem unbarmherzigen Stachel, als Frau Mayer Antons Kopf streichelte. Der Kater zeigte sich von seiner besten Seite und schnurrte wie ein gut laufender Motor. Schon schämte sich Prinzesschen für ihre Gedanken. Warum sollte sie ihr wunderbares Heim nicht mit ihrem Freund teilen? Es war genügend Liebe und Futter für sie beide da.

Heiligabend war gekommen. Der Duft nach Gänsebraten und Bratäpfeln schwebte durchs Haus. Anton leckte sich das Maul.
»Oh Mann, riecht das gut bei euch.«
»Denk bloß nicht, dass wir etwas davon abbekommen. Für uns gibt es nach wie vor nur Katzenfutter. Die Menschen teilen ihr Futter nicht gern mit uns.«
Anton strich schnurrend um Frau Mayers Beine. Prinzesschen rollte mit den Augen. Ihr Freund war so verfressen, dass er vor nichts zurückschreckte. Aber halt, was war das? Frau Mayer zupfte ein Stück Gänsefleisch von der Keule und hielt es Anton vor die Nase. Der schnappte sich das Fleisch und zwinkerte Prinzesschen zu. War das zu fassen? Jahrelang hatte sie versucht, an derartige Leckereien zu kommen und war gescheitert. Von Anton konnte sie noch etwas lernen.

Es klingelte an der Tür. Vor Schreck sprang Anton unter den Weihnachtsbaum. Die Kugeln klirrten, der Baum schwankte bedrohlich, Frau Mayer quiekte und Herr Mayer sprang herbei, um den Baum zu retten.
»Dabei ist der Hund noch nicht mal drin«, brummte er.

»Ich verstehe gar nicht, was er hat«, sagte Franzi.
Prinzesschen beobachtete von ihrem sicheren Fensterplatz aus, wie der Dalmatiner vergeblich versuchte, Anton unter dem Baum hervorzulocken. Dieser fauchte und buckelte, doch der Hund ließ sich davon nicht beeindrucken. Er schien das Ganze für ein Spiel zu halten.
»Das mir ja der Baum nicht wieder umgeworfen wird«, jammerte Frau Mayer und raufte sich ihre frisch gelegte Dauerwelle.
»Ach, Mama, Bodo will doch nur spielen.«

Prinzesschen setzte sich neben den Hund und legte die Ohren an. So ein Theater mit diesem Wirbelwind. Er war gewachsen, hatte aber scheinbar nichts dazugelernt.
»Hey, du Rüpel, so machst du dir keinen Katzenfreund.«
Verdutzt setzte Bodo sich auf sein Hinterteil und starrte Prinzesschen an.
»Hast du denn noch immer nicht gelernt zu sprechen?«
»Wuff.«
Prinzesschen seufzte. Es war sinnlos, diesem Tier etwas beibringen zu wollen. Selbst Franzi war daran gescheitert, wie sie feststellen musste. Hunde waren nicht halb so clever wie Katzen.
»Wuff.«
Prinzesschen versetzte ihm einen kurzen, aber kräftigen Hieb auf die Nase und fauchte. Winselnd legte er sich auf den Boden.
»So, und jetzt lässt du Anton in Ruhe. Hast du mich verstanden?«
Bodo machte einen Satz zur Seite und geriet mit der Rute in die Lichterkette. Erschrocken rannte er los und riss den Weihnachtsbaum mit sich.
»Bei euch ist wirklich immer was los«, sagte Anton und kicherte.
»Jingle Bells, Jingle Bells…«, tönte es durchs Haus, während die Mayers verzweifelt hinter Bodo her jagten.
Prinzesschen sprang aufs Sofa und rollte sich in ihrem Bettchen zusammen. Binnen weniger Sekunden war sie eingeschlafen. Sie träumte von einer riesigen Gänsekeule.

Uta und ich wünschen euch ein schönes Weihnachtsfest und kommt gesund ins neue Jahr.

Text: Susanne Sommerfeld

So ein Hübscher …

Liebe Leserinnen und Leser,

schaut mal, wen ich heute auf meinem sonnigen, frühlingswarmen Novemberspaziergang an der Elbe getroffen habe:

Ist er nicht ein hübscher Kerl? Und ich bin mir sicher, er weiß das auch.

Nach meinem Spaziergang war der Kopf frei für die weitere Überarbeitung. Ich bin auf einem guten Weg, meinen Roman voranzutreiben und gleichzeitig eine neue Kurzgeschichte für einen Wettbewerb zu schreiben bzw. zu überarbeiten.

Wenn ihr mehr über meine Teilnahme am NaNoWriMo wissen möchtet, folgt mir gern auf Instagram: https://www.instagram.com/susanne.sommerfeld/.

Ich wünsche euch ein schönes Wochenende.

Liebe Grüße, Susanne

Write that book Club mit Julia K. Stein – ich bin dabei

Liebe Leserinnen und Leser,

beim NaNoWriMo mache ich auch dieses Jahr nicht mit. Ich bin immer noch damit beschäftigt, mein Projekt von 2018 zu überarbeiten.

Damit ich endlich wieder damit vorwärts komme, habe ich mich bei der Autorin Julia K. Stein zum „Write that book Club“ angemeldet. Das war eine sehr spontane Idee, aber vielleicht hilft es mir, besser gegen den Schweinehund anzukämpfen.

Gleichzeitig bin ich auch dabei, eine Kurzgeschichte für einen Wettbewerb mit Deadline 31.12.2020 zu schreiben. Wir ihr seht, wird mir wohl für längere Zeit nicht langweilig werden. 50.000 Wörter wie beim NaNoWriMo nehme ich mir nicht vor, aber 15.000, also 500 Wörter pro Tag, dürften es werden.

Mit Zoom & Co. habe ich mich noch gar nicht beschäftigt, aber das wird eh mal Zeit. Wenn ihr wissen möchtet, was Julia K. Stein da zu einem wirklich überschaubaren Preis anbietet, schaut mal hier: https://xojulia.de/lets-write-that-book-club-november-2020-jetzt-anmelden.

Liebe Grüße, Susanne

Erste Liebe

Diesen Text hatte ich ursprünglich für einen Wettbewerb geschrieben. Da ich nicht in die engere Auswahl gekommen bin, erscheint er nun hier.

Erste Liebe

Isabella hebt den Deckel von der Tastatur des Blüthner-Klaviers und streicht zärtlich über die Elfenbeintasten. Seit einem Monat steht das Instrument in ihrem Arbeitszimmer und sie hat noch nicht ein einziges Mal darauf gespielt. So viele Erinnerungen hängen daran. Es begleitete ihren Urgroßvater Hermann sein Leben lang. Bei jedem Umzug, so betonte er immer wieder stolz, war es dabei und wurde von ihm gehütet wie ein Familienmitglied. Jedes Weihnachtsfest war erst vollkommen, wenn Hermann Weihnachtslieder darauf anstimmte und die ganze Familie fröhlich sang. Sie sieht sich noch als kleines Mädchen auf dem Schoß ihres Urgroßvaters sitzen und die ersten Stücke darauf spielen.
Vor einigen Wochen ist Hermann einfach eingeschlafen. Wie oft sagte er in den letzten Monaten seines Lebens zu ihr: »Ich habe Sehnsucht nach meiner Helene.«, während er auf das Foto seiner vor etlichen Jahren verstorbenen Frau schaute und ihr Gesicht streichelte. Isabella lächelte seine Worte immer fort. Wie schwer muss es sein, wenn man fast einhundert Jahre alt ist und einem das Leben dahinschmilzt wie Schnee in der Frühlingssonne.


Isabella setzt sich auf den Klavierhocker und spielt die ersten Takte eines Chopinwalzers, aber beim Umzug scheint sich das Instrument verstimmt zu haben. Sie verzieht das Gesicht und öffnet den oberen Deckel das Klaviers. Auf den ersten Blick sieht alles so aus, wie es sein muss. Sie wird einen Klavierstimmer bestellen müssen. Doch halt, was ist das? Ein Stapel vergilbter Briefumschläge ist mit Klebeband oberhalb der Hämmerchen befestigt.

Isabella sitzt wie versteinert am Küchentisch. Mit geschwungener Handschrift sind der Name und die Adresse ihres Urgroßvaters auf allen Umschlägen geschrieben. Den ersten hat sie geöffnet, im Glauben, dass es sich um Briefe ihrer Urgroßmutter handelt. Doch unter den Zeilen steht In Liebe, deine Marcja. Der Brief ist auf Deutsch verfasst, aber es ist eindeutig, dass dies nicht die Muttersprache der Verfasserin ist. Hermann erzählte ihr einige Male von seiner Kindheit in Breslau. Die Absenderin lebte auch dort. Helene lernte er erst später in Deutschland kennen. Wer bist du, Marcja?
Wusste ihre Urgroßmutter von den Briefen? Sie konnte weder singen noch ein Instrument spielen und beklagte sich ständig darüber, dass auf dem schwarzen Kasten, wie sie das Klavier nannte, jedes Staubkorn zu sehen war. Auf die Idee, hineinzuschauen, wäre sie sicher nie gekommen.
Die Briefe erstrecken sich über einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten. Der letzte wurde vor ungefähr zwanzig Jahren geschrieben. Welches Geheimnis bewahrte ihr Urgroßvater all die Jahre?

Isabella steht am Grab ihrer Urgroßeltern und entfernt die welken Blumen aus der Vase.
»Uropa, wer war Marcja?«, flüstert sie, bekommt jedoch nur das wütende Meckern einer Amsel zur Antwort, die sich scheinbar durch ihre Anwesenheit gestört fühlt.
Ihr Urgroßvater nannte sie Mrs. Holmes, weil sie so ein neugieriges Kind war. Und diese Geschichte weckt ebenso ihre Neugier. Sie wird herausfinden, wer Marcja war. Wem soll das jetzt noch weh tun? Sie wird die vorlesungsfreie Zeit nutzen, um dem monotonen Alltag in ihrem brandenburgischen Heimatdorf zu entfliehen. Drei Tage später sitzt sie im Auto ihrer Mutter und fährt in Richtung Breslau.

Mit zitterndem Herzen steht Isabella vor dem Haus mitten in der Altstadt Breslaus, in der Hand einen der Briefumschläge. Das muss die richtige Adresse sein. Mit einem Mal wird ihr bewusst, dass sie kein einziges Wort Polnisch spricht. Sie schaut auf das Klingelbrett. Der Name Wójcik ist nicht zu sehen. Was erhofft sie sich denn? Marcja hat sicher geheiratet, lebt vielleicht in einem Pflegeheim oder ist bereits gestorben.
Jemand tippt ihr auf die Schulter. Isabellas Herz macht einen Sprung, als sie in das faltige, aber freundliche Gesicht einer alten Dame blickt. Sie nimmt ihren Mut zusammen und fragt auf Deutsch nach Marcja Wójcik. Die alte Frau nickt vorsichtig und mustert sie mit wachsamen Augen von oben bis unten.
»Das bin ich. Wie kann ich Ihnen helfen?«
Isabella ist erleichtert. Marcja hat die deutsche Sprache nicht verlernt.
»Mein Name ist Isabella. Ich habe Ihre Briefe bei meinem Urgroßvater Hermann gefunden.«
Marcja strahlt über das ganze Gesicht und fasst nach Isabellas Hand. Ihre Augen leuchten und sie ist sichtlich ergriffen. Isabella lächelt zaghaft.
»Mein Hermann … Das ist alles so lange her. Wie geht es ihm?«
Isabella atmet tief durch und schüttelt den Kopf. »Es tut mir leid. Er ist vor einigen Wochen gestorben.«
Marcja seufzt. »Es sollte wohl nicht sein, dass wir uns wiedersehen. Aber du kannst mir von ihm erzählen. Ich darf dich doch duzen?«

Marcja führt sie durch die Wohnung, die sie sich mit ihrer Tochter und deren Ehemann teilt. Auf dem Flügel in der Mitte des salonartigen Wohnzimmers stehen neben einer Vase mit gelben Rosen viele Fotografien.
»Das ist meine Familie. Sie leben überall in der Welt verstreut.«
Sie hält Isabella das Foto eines jungen attraktiven Mannes hin.
»Mein erster Sohn, Jerzy. Ich war noch sehr jung, als ich ihn bekam. Er lebt nicht mehr.«
Tränen rinnen ihr über die Wangen. Isabella betrachtet das Foto. Das ist doch nicht möglich, oder? Diese frappierende Ähnlichkeit. Sie erinnert sich an ein Foto ihres Urgroßvaters am Ostseestrand, als er etwa in dem Alter dieses Mannes war. Ihr ist, als blicke ihr Hermann entgegen.
»Du siehst es, oder?«
Isabella nickt stumm.
Nach einigen Minuten hat sie sich gefangen und fragt: »Wusste mein Urgroßvater von ihm?«

Zwei Wochen sind seit ihrer Reise nach Breslau vergangen. Isabella sitzt am Klavier und starrt auf das Notenheft vor ihr. Chopin war der Lieblingskomponist ihres Urgroßvaters und auch sie liebt seine Musik der perlenden Töne, die zart und gleichzeitig lebensbejahend und kraftvoll sind. Sie versucht sich an einer Etüde, aber ihre Gedanken wandern immer wieder zu Marcja und ihrem Urgroßvater. Sie schlägt das Notenheft wieder zu.

Die Begegnung mit Marcja hat ihr die Augen geöffnet für das Leben, das Hermann vor dem Krieg führte. Ein Leben, das so anders gewesen sein musste als ihr behütetes Dasein heute. Eine Liebe, die nicht sein durfte, ein Land, das man verlassen musste. Wie fühlte er sich, als er seine erste Liebe zurückließ in Breslau und mit seiner Familie nach Deutschland flüchtete? Und wie war Marcja zumute, die in dem Alter, in dem Isabella jetzt ist, bereits so viel Verantwortung tragen und Opfer auf sich nehmen musste?

Isabella kommen die Tränen. Von solchen Dingen hat sie bis jetzt nur in Romanen oder Geschichtsbüchern gelesen. Marcja verheimlichte die Schwangerschaft so lange wie möglich. Sie wurde mit einem entfernten Cousin verheiratet, der den Jungen wie seinen eigenen Sohn großzog. Tomasz war ihr ein guter Ehemann gewesen. »Aber die erste Liebe vergisst man nicht.«

Hermann ahnte lange Zeit nichts von seinem Sohn. Viele Jahre später schickte sie ihm ein Foto. Doch da hatte er längst eine eigene Familie gegründet. Trotzdem fuhr Marcja fort, ihm zu schreiben und über ihr Leben und das ihres Sohnes zu berichten. Geantwortet hat er ihr nie.

Isabella vergräbt Marcjas Briefe neben dem Grabstein ihrer Urgroßeltern. Ihren Großeltern und Eltern wird sie nichts von Marcja erzählen. Hermann soll sein Geheimnis mit ins Grab nehmen. Sie stellt einen Strauß gelber Rosen neben den Stein.
»Marcjas Lieblingsblumen«, flüstert sie. Die Amsel beginnt, ihr zauberhaftes Lied zu singen.

Text: Susanne Sommerfeld

Wanderung Kramerspitze

Blick auf Garmisch

Liebe Leserinnen und Leser,

gestern habe ich mich auf einen Berg gewagt, den ich aufgrund fehlender Bergbahn für die Rückfahrt sonst ignoriert habe. Ich mag es nämlich nicht, Berge abwärts zu laufen. Da quietschen mir immer die Knie.

Der Anstieg über die St. Martins-Hütte war nicht zu anstrengend, auch mit schönen Aussichten auf Garmisch und die Zugspitzgruppe. 1,5 h vorm Gipfel ging es dann schön auf die Puste.

Blick auf Zugspitzgruppe und Eibsee

Aber der Blick von ganz oben entschädigte für die Anstrengungen. Nur der lange Rückweg über die Stepbergalm war nochmal recht anstrengend, nun aber für die Knie und Füße.

Da ich ein eher langsamer Wanderer bin, habe ich für die Tour insgesamt fast 8 Stunden gebraucht.

Die Beine konnten sich über Nacht erholen und sind heute schon wieder durchs Höllental gestiefelt. 😊

Höllental

Liebe Grüße aus Garmisch, Susanne

Text und Fotos: Susanne Sommerfeld

Gänsekinder

Liebe Leserinnen und Leser,

in den letzten Tagen konnte ich auf diversen Blogs wunderbare Bilder von Gänse-, Schwanen-, Blässhuhn-, Storch- und sogar Adlerküken bewundern. Bei meinem letzten Ausflug nach Moritzburg (nahe Dresden) waren viele Gänse im Schlosspark unterwegs und zwei Gänsepaare führten ihren Nachwuchs aus. Hier eine kleine Auswahl meiner Fotos:

Liebe Grüße,

Susanne

Text und Fotos: Susanne Sommerfeld

Fazit Camp NaNoWriMo April 2020

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Liebe Leserinnen und Leser,

ich bin ein wenig zu spät dran, aber ich wollte euch noch berichten, wie mein Camp gelaufen ist.

Zuerst einmal: Ich habe mein gestecktes Ziel von 15.000 Wörtern nicht nur erreicht, sondern auch verdoppelt. Ab dem 13.04.2020 habe ich jedoch nicht mehr viel am Roman gearbeitet, sondern bei einem Schreibwettbewerb mitgemacht. Alles geht eben nicht. Ich habe aber die Worte, die ich für den Kurzkrimi geschrieben bzw. überarbeitet habe, mit in die Statistik eingetragen. Zum Glück wurde dann die Deadline vom 19.04.2020 auf den 26.04.2020 verlängert und ich habe am 26.04.2020 kurz vor Mitternacht meine Geschichte hochgeladen.

Gestern habe ich gesehen, dass wohl fast 1000 (!) Kurzgeschichten eingereicht wurden. Wow! Nun muss Herr Fitzek entscheiden, wie er das mit seiner Jury schaffen will.

Für mich bleibt es spannend, auch wenn ich mir keine großen Chancen ausrechne. Das Schreiben und am Ende auch Überarbeiten und Verfeinern hat mir jedenfalls großen Spaß gemacht und ich habe mal wieder viel dabei gelernt. Mein Dank gilt auch meinen Testlesern, die an der Verbesserung der Geschichte großen Anteil haben.

Nach einer kurzen Schreibpause stürze ich mich nun wieder voller Motivation auf meinen Roman. Das Schöne ist, dass man jetzt auf der NaNoWriMo-Seite auch unabhängig vom NaNoWriMo (Camp) Ziele eintragen und seine Statistik führen kann. Für Mai habe ich mir jetzt mal 10.000 Wörter Überarbeitung vorgenommen.

Schreibt mir gern, wie euer Camp gelaufen ist.

 

Liebe Grüße,

Susanne

#wirschreibenzuhause – Deadline bis 26.04.20 verlängert

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Photo by Suzy Hazelwood on Pexels.com

 

Liebe Leserinnen und Leser,

Sebastian Fitzek hatte Anfang April dazu aufgerufen, eine Kurzgeschichte zum Thema „Identität“ einzureichen: #wirschreibenzuhause. Ich hatte recht spät davon erfahren und bin nun umso glücklicher, dass die Deadline um eine Woche, auf den 26.04.20, verlängert wurde. Nun kann ich mich der Aufgabe widmen, die Geschichte erst einmal in Ruhe fertig zu schreiben und dann habe ich noch genügend Zeit zum Überarbeiten. Und die werde ich auch benötigen… 🙂

Auf dieser Internetseite kann die Geschichte dann ab 27.04.20 hochgeladen werden. Eine von Fitzek gewählte Jury hat dann die spannende Aufgabe, alle Geschichten zu lesen und diejenigen auszuwählen, die in der Anthologie veröffentlicht werden.

Vielleicht überzeugt euch die verlängerte Deadline ja auch noch, euch am Wettbewerb zu beteiligen.

Liebe Grüße und bleibt gesund,

Susanne

#wirschreibenzuhause

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Photo by Suzy Hazelwood on Pexels.com

 

Liebe Leserinnen und Leser,

das NaNoWriMoCamp läuft momentan ganz gut. Ich habe bereits die ersten fünf Kapitel meiner neuen Geschichte überarbeitet und bin somit recht produktiv.

Nun habe ich heute den Newsletter von Annika Bühnemann gelesen (leider etwas spät) und da sprang mir die Info über eine Ausschreibung für eine Kurzgeschichtensammlung entgegen, die Sebastian Fitzek ins Leben gerufen hat: #wirschreibenzuhause. Die läuft nun schon ein paar Tage und die Deadline ist bereits am 19.04.2020.

Ich liebe Herausforderungen, und deswegen werde ich mein Bestes geben und mache mit. 🙂 Das Brainstorming habe ich gemeistert und musste mich nun für eine Idee entscheiden. Meine Protagonistin sitzt noch ganz unschuldig (ja ja…) an ihrem Schreibtisch und ahnt nichts davon, was ihr in den nächsten Tagen widerfahren wird.

Vielleicht habt ihr auch Lust, euch daran zu beteiligen.

Liebe Grüße und bleibt gesund,

Susanne