abc.etüden – 04/05-2020 – Nr. 2

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Liebe Leserinnen und Leser,

hier folgt nun meine 2. Etüde für die Textwochen 4 und 5, ins Leben gerufen von Christiane (Blog „Irgendwas ist immer“). Die 3 Wörter wurden von OnlyBatsCanHang gespendet.

Manchmal nennt mich mein Dosenöffner Papiertiger, wenn ich wieder einmal die Krallen ausfahre, aber der irrt sich mächtig. Ich mag niedlich aussehen, trotz alledem steckt etwas Großes in mir. Das weiß meine Schwester auch und lässt mir stets den Vortritt am Futternapf.
Die Tage plätschern mitunter vor sich hin, aber als Katze, Entschuldigung, ich meine als Tiger, kann man es sich gutgehen lassen und solche Momente einfach verschlafen.
Meine Schwester meinte einmal zu mir, unser Leben sei belanglos, da wir keine Aufgabe hätten. Da hat sie sich aber einen Pfotenhieb von mir eingefangen. Unsere wichtigste Aufgabe ist es, den Dosenöffner immer auf Trab zu halten, damit wir rund um die Uhr mit bestem Futter, weichen Decken und Spielzeug bei Laune gehalten werden. So ein Katzenleben ist doch die Krönung.
Ich bemitleide meine Mitkatzen, die genötigt sind, sich ihre Nahrung selbst zu fangen. Ich muss nur einmal mauzen und schon wendet sich der Dosenöffner mir zu, fragt, ob ich etwas zu fressen möchte oder er mir den Wasserhahn aufdrehen soll. Wer sagt da noch, unser Leben wäre belanglos? Was würde der arme Dosenöffner denn ohne uns machen? Dann hätte sein Leben doch gar keinen Sinn.

(194 Wörter)

 

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Text: Susanne Sommerfeld

Fotos: Uta Wentzke

„Das kleinste Katzentier ist ein Meisterstück“

Diesem Zitat von Leonardo da Vinci stimme ich uneingeschränkt zu. Katzen sind etwas Besonderes. So ist es nicht verwunderlich, dass der Mensch seit Jahrtausenden mit ihnen zusammenlebt. Vielleicht entdeckt er auch seine eigenen Charaktereigenschaften in der Katze wieder. Stolz und Unabhängigkeit, Anhänglichkeit, jedoch nur, wenn es ihr beliebt, so kennen wir sie.

 

Bereits meine Kindheit habe ich mit Katzen verbracht. Hauskatze Tapsi war ein treuer Begleiter durch meine Kindertage. Als ich erwachsen wurde, zog Kartäuser-Kater Adonis bei uns ein. 18 Jahre lebte er bei uns, bevor er über die Regenbogenbrücke ging. Lange hielten wir es nicht ohne Katze aus. Seit sechs Jahren leisten uns die beiden British-Kurzhaar-Schwestern Nelly und Samira Gesellschaft.

 

Sanftheit, Zuneigung und eine bedingungslose Liebe uns Menschen gegenüber, das ist es, was uns an ihnen fasziniert. Elegant schreiten unsere beiden Divas durch die Räumlichkeiten, als wären sie sich ihrer Schönheit bewusst. Jederzeit sind sie für eine Schmuseeinheit zu haben. Die Schwestern hängen sehr aneinander. Fast alles unternehmen sie gemeinsam.

 

Das geht bereits am Morgen los. Beide sitzen erwartungsvoll in der Badewanne und warten ungeduldig, bis wir den Wasserhahn aufdrehen für die sprichwörtliche Katzenwäsche.

 

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Einträchtig fressen sie nebeneinander ohne Streit. Bis die Zweibeiner von der Arbeit nach Hause kommen, verschlafen sie den Tag.

 

 

Warum sollten wir den Puppenwagen nicht einmal zweckentfremden? Für ein Schläfchen ist der allemal gut.

 

 

Sobald sich jedoch die Wohnungstür öffnet, erwachen die beiden Tiger zum Leben. Nun stehen Kuscheln und Spielen auf dem Programm. Samira ist besonders mitteilsam und erzählt „schnatternd“ von ihrem Tag. Liebenswürdiger kann man nicht begrüßt werden.

 

Besonders einfühlsam sind unsere Katzen, wenn es uns nicht gut geht. Sie legen sich mit ins Bett und verschlafen die Zeit, bis wir wieder fit sind.

 

Wir und unsere Samtpfötchen, das ist eine wunderbare Beziehung.

 

Ich möchte meine Liebeserklärung mit den Worten von R. M. Rilke ergänzen:
„Das Leben und dazu eine Katze, das ergibt eine unglaubliche Summe, ich schwör`s euch!!“

 

Text und Fotos: Uta Wentzke