Nicht die Semperoper, aber …

Erst einmal wünschen wir allen Leserinnen und Lesern ein gesundes und glückliches neues Jahr.

Mein Weihnachtsfest habe ich in Görlitz verbracht. Und wie es seit Jahren bei uns Tradition ist, gehen wir vor und zu Weihnachten in das Gerhart-Hauptmann-Theater in Görlitz. Es ist ein kleines Haus, aber immer wieder staune ich, welch gute Aufführungen dort geboten werden.

Am 23.12.2016 waren wir im 39. Weihnachtskonzert, welches dieses Jahr unter dem Motto „Brenne auf, mein Licht“ stand. Wie jedes Jahr gab es ein von Stefan Bley liebevoll ausgewähltes Repertoire zu hören. Weihnachtliche und winterliche Stücke z. B. von Edward Grieg, Arthur Foote, aber auch dem weniger bekannten Charles Villiers Stanford, einem irischen Komponisten, wurden von der Lausitzer Philharmonie zu Gehör gebracht. Die Mitglieder der Tanzcompany zeigten ihr Können zu einem schottischen Volklied. Richtig Schwung kam dann mit den „Schlittschuhläufern“ von Émile Waldteufel auf. Auch Joseph Haydn, Carl Philipp Emanuel Bach sowie Antonin Dvorak fehlten nicht. Alles in allem ein gelungener Nachmittag mit bekannten und neuen Klängen. 2017 feiert das Görlitzer Weihnachtskonzert sein 40. Jubiläum und wir sind schon gespannt, was sich Herr Bley dafür einfallen lassen wird.

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Am zweiten Weihnachtsfeiertag war dann eine Operette angesagt, „Orpheus in der Unterwelt“ von Jacques Offenbach. Die Inszenierung war ein Augenschmaus und sehr gelungen, herrlich bunte Kostüme und viel Liebe zum Detail. Die Sänger, Tänzer und die Lausitzer Philharmonie haben zu einem gelungenen Abend beigetragen, was dann auch mit Standing Ovations belohnt wurde. Wer diese Vorstellung noch sehen möchte: am 15.01.2017 ist noch einmal Gelegenheit dafür.

 

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Text und Fotos: Susanne Sommerfeld

Herbstimpressionen von der Landeskrone

Da nun schon die ersten Schneeflocken fallen, schnell noch ein paar Herbstbilder von mir. In den nächsten Wochen geht es dann weihnachtlich-winterlich bei uns weiter.

Die Landeskrone, das ist der Hausberg von Görlitz. 420 m hoch und vulkanischen Ursprungs aus Granit und Basalt. Auf dem Gipfel befindet sich ein Hotel mit Gaststätte und ein Aussichtsturm, von dem man an schönen Tagen einen tollen Blick auf Görlitz und Umgebung hat. Da dieses Mal aber die Spitze komplett in Nebel verhüllt war, sind wir einfach ein wenig auf dem unteren Rundweg spazieren gegangen.

Von der Landeskrone ist leider gar nichts zu sehen

 

 

 

 

Seit 2012 gibt es auch einen Trimm-dich- und Bienenlehrpfad, der vom unteren Rundweg in Richtung Schlauroth führt. Dort kann man sich sportlich betätigen und gleichzeitig noch etwas zum Thema Bienen lernen.

 

 

 

Text und Fotos: Susanne Sommerfeld

Görlitzer Weihnachtshaus

Seit Jahren gehe ich in der Adventszeit ins Görlitzer Weihnachtshaus. Heute möchte ich euch dieses Geschäft in der Altstadt von Görlitz vorstellen. In der Fleischerstraße 19, in direkter Nähe zu Ober- und Untermarkt, kann man auf ca. 600 m2 wundervolle, qualitativ hochwertige Weihnachtsdekoration bestaunen. Vorrangig erzgebirgische Holzkunst, u. a. Schwibbögen, Nussknacker und Pyramiden, werden hier angeboten. Außerdem gibt es glitzernden und gläsernen Christbaumschmuck aus Thüringen und die berühmten Herrnhuter Sterne in allen erdenklichen Größen.

Herrnhuter Sterne

 

Schwibbögen aus dem Erzgebirge

 

Eine ganze Abteilung voller Nussknacker

Das Geschäft hat jedoch nicht nur in der Weihnachtszeit geöffnet, sondern von Frühjahr bis Jahresende. Für jede Saison und für jeden Geschmack ist dort etwas zu finden. Ich habe mir dieses Jahr endlich eine Teelicht-Pyramide gegönnt, die schon lange auf meinem Wunschzettel stand, außerdem aber auch eine niedliche Schafsfigur. Ich liebe Schafe und ich wandere gern. Darum ist es „Alpi“ geworden:

 

Ich wünsche unseren Lesern eine schöne und besinnliche Adventszeit.

 

 

 

Text und Fotos: Susanne Sommerfeld

Fast vergessen – Dachbodenfund kehrt heim

Es sollte einer der heißesten Sommer des Jahrhunderts werden und trotzdem gelangten Matteo und ich zu der Entscheidung, nach zweijähriger Beziehung unsere kleinen Haushalte jetzt zusammenzulegen.

Umzug… Dutzende Male war ich bereits umgezogen, doch diesmal ist es der Liebe wegen. Da ich die größere Wohnung von uns Beiden bewohne, fiel uns die Entscheidung nicht schwer.

Matteo hatte die meiste Arbeit. Er packte wie besessen und trennte sich sogleich von überflüssigem Kram. Es ging bereits auf Mitternacht zu, als er völlig aufgelöst bei mir ankam. Und obwohl ich kurz vorm Einschlafen war, weckte er mich und bat mich, schnell meinen PC anzuschalten. Ich blinzelte verschlafen und schüttelte mit dem Kopf. Diesem Mann konnte ich keine Bitte ausschlagen. Matteo meinte, er hätte etwas Interessantes entdeckt, das müsste ich mir unbedingt ansehen. Da er nicht locker ließ, startete ich mein Tablet und er zeigte mir Unglaubliches.

Wegen des Umzuges hatte er auch den Dachboden entrümpeln müssen. Dort hatten noch etliche fast vergessene Dinge, u. a. ein großes Bild, gelagert. Matteo sammelte schon seit Jahren leidenschaftlich alte Gegenstände und fühlt sich auf Trödel- und Antikmärkten fast schon wie zu Hause. Aus Neugier hatte er den Maler des Bildes in eine Internetsuchmaschine eingegeben und staunte: Das erste Suchergebnis gleich ein Treffer – „gesuchtes Kulturgut“! Mit diesem Wissen tauchte er nun bei mir auf und meine Augen wurden immer größer, als ich es selbst las. Diese Information mussten wir erst einmal „sacken lassen“. Es dauerte noch vier Tage, bis ich den Mut fasste und den Ansprechpartner des Kulturhistorischen Museums Görlitz anrief. Mein Herz pochte bis zum Hals.

Uta

Bernhard Gasde – „Dorf Küppers“

Schon im Vorfeld waren Matteo und ich uns einig, das Bild dem Museum zu überlassen. Der Direktor freute sich sehr über meinen Anruf und konnte mir so einiges Interessantes über Bild und Maler berichten. Matteo und ich teilten dem Direktor unsere Entscheidung zur Schenkung mit und besprachen alle Einzelheiten mit ihm. Wir waren total aufgeregt, die gesamte Familie und unsere Freunde fieberten mit uns. Landet dieses schöne Bild wirklich im Museum, in einer Ausstellung für Alle zu sehen? Zwei Bilder des Malers fehlten noch zur Komplettierung, nun kehrte eines davon in die Sammlung zurück – wie aufregend!

Trotz des trüben Wetters machten wir uns gut gelaunt mit dem Auto auf den Weg nach Görlitz. Unser Schatz fuhr gut verpackt auf der Rücksitzbank mit. Kaum auf dem Parkplatz der Pension „Goldener Engel“ angekommen, empfing uns schon die nette Wirtin.

Mit dem Bild unter dem Arm eilten wir dem Museum entgegen. Dort wurden wir bereits vom Direktor des Hauses erwartet. Die Spannung war auf beiden Seiten groß, als wir ihm das Bild überreichten. In diesem Moment waren wir uns sicher, mit der Schenkung genau das Richtige gemacht zu haben. Den krönenden Abschluss der Übergabe bildete der geführte Rundgang durch das in einem brillant restaurierten Barockhaus gelegene Kulturhistorische Museum. Wir waren begeistert von den zahlreichen Exponaten und Informationen. Der kunsthistorische Wissenschaftler des Hauses erklärte uns ausführlich die Ausstellung und faszinierte uns mit seinem Fachwissen.

Am darauf folgenden Tag genossen wir bei strahlendem Sonnenschein die liebevoll sanierte Altstadt von Görlitz. Eine wohlschmeckende Tasse Cappuccino im Ratscafé auf dem Untermarkt, der reizende Blick von der Peterskirche auf die Neiße, gutbürgerliche Küche in der „Alten Stadtwache“ am Obermarkt und abschließend ein gemütlicher Spaziergang über die Neißstraße auf den Spuren der Via Regia. Der besondere Charme von Görlitz liegt in den aufwendig restaurierten Häusern aus dem 18. Jahrhundert.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge machten wir uns auf den Heimweg. Wir sind uns ganz sicher, dies war nicht unser letzter Besuch in dieser schönen Stadt.

 

 

Wer die genannten Orte selbst einmal besuchen möchte, hier die Adresse des Museums und des Restaurants „Alte Stadtwache“.

Görlitzer Sammlungen für Geschichte und Kultur

Kulturhistorisches Museum

Das Barockhaus

Neißstraße 29

02826 Görlitz

 

 

„Alte Stadtwache“

Obermarkt 27

02826 Görlitz

 

Text und Fotos: Uta Wentzke