Prinzesschens Weihnachtsüberraschung

Liebe Leserinnen und Leser,

wir, d. h. Uta und Susanne nebst den Katzen Nelly und Samira, wünschen euch allen ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest im Kreis eurer Familien sowie einen guten Rutsch ins neue Jahr.

 

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Ich mag die blöde Mütze nicht!

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Mir steht sie aber gut, oder?

 

Hier folgt eine neue Geschichte von Prinzesschen. Viel Spaß beim Lesen.

 

Der Schnee ließ auf sich warten. Es würde wohl kein weißes Weihnachtsfest geben in diesem Jahr. Heute war es besonders trübe. Die nackten Äste der Bäume bogen sich im Wind, Regentropfen sammelten sich an der Fensterscheibe, an die Prinzesschen ihre Nase drückte. Ein Abenteuer, das wäre jetzt willkommen, dachte sie. So wie im letzten Jahr, als sie den Weihnachtsmann und seine treuen Rentierhelfer getroffen hatte. Von diesem Ausflug hatte sie noch oft geträumt. Seit Wochen jedoch plagte sie die Langeweile. Anton, der Nachbarskater, kam immer seltener hinaus. Er mochte keinen Regen. Stundenlang saß sie daher nun schon am Fenster und wartete darauf, dass etwas passierte.

Am nächsten Tag war es endlich vorbei mit der Tristesse. Frau Mayer verbreitete bereits am Morgen eine aufgeregte Freude. Sie summte eine Weihnachtsmelodie, während sie den Teig knetete. Prinzesschen maunzte und hatte Erfolg. Diese süße klebrige Köstlichkeit liebte sie sehr. Leider kam sie eher selten in den Genuss. Frau Mayer hatte beim letzten Mal drohend ihren Zeigefinger gehoben, als Prinzesschen nach mehr verlangte.
»Sonst wirst du noch genauso dick wie Anton.«
Der Duft nach den Lebkuchen, die im Ofen vor sich hin buken, zog durch das ganze Haus. Der Hausherr kam in die Küche, noch im Schlafanzug. Er warf einen sehnsüchtigen Blick durch das Ofenfenster. Frau Mayer lachte.
»Ihr zwei seid mir schon eine große Hilfe, immer zur Stelle, wenn es ums Essen geht.«

Der Heilige Abend war gekommen. Der Weihnachtsbaum stand in voller Pracht und Beleuchtung im Wohnzimmer und die Mayers hatten sich in Schale geworfen. Prinzesschen lebte nun schon einige Jahre in der Familie und konnte die Aufregung nicht nachvollziehen.
»Na, meine Kleine, bist du schon gespannt? Heute kommt Franzi.«
Bei diesem Namen spitzte Prinzesschen die Ohren. Ihrer Meinung nach kam Franzi viel zu selten zu Besuch. Frau Mayer meinte zwar immer, das wäre normal, wenn Kinder erwachsen würden. Prinzesschen nahm es Franzi trotzdem übel. Sie würde ihr am Anfang die kalte Schulter zeigen. Ein schlechtes Gewissen durfte sie ruhig haben.

Es klingelte. Frau Mayer eilte freudestrahlend zur Haustür. Prinzesschen rollte sich auf ihrem Kissen auf der Fensterbank zusammen und stellte sich schlafend. Doch im nächsten Moment brach ein Tumult über das sonst so ruhige Leben der Mayers hinein.
»Ach du meine Güte, wer ist das denn?«, rief Herr Mayer und seine Frau kreischte.
Prinzesschen öffnete ein Auge zu einem schmalen Schlitz und wäre beinahe vom Kissen gefallen. Was hatte Franzi da für eine Bestie angeschleppt? Ein kleines Energiebündel, weiß mit schwarzen Punkten, sprang vor ihr auf und ab und bellte in den höchsten Tönen. Vor lauter Erregung hing dem Kerl schon die Zunge aus dem Maul. Prinzesschen schloss das Auge wieder, in der Hoffnung, der Hund würde verschwinden. Doch das Bellen hörte nicht auf, auch nicht, als Franzi schimpfte.
Dann würde Prinzesschen eben selbst zur Tat schreiten müssen. Sie sprang auf und sträubte das Fell. Zusätzlich fauchte sie, so laut sie konnte, doch der Dalmatinerwelpe schien völlig unbeeindruckt. Im Gegenteil, er verstand das Ganze als Spielaufforderung und versuchte, mit immer verrückteren Sprüngen an die Fensterbank zu gelangen.
Prinzesschen drückte sich dicht ans Fenster und funkelte ihn mit einem stechenden Blick an. Bei anderen Hunden hatte das immer funktioniert. Nicht so bei diesem, der scheinbar noch nie mit einer Katze zu tun hatte. Prinzesschen würde ihm eine Lektion erteilen, die er so schnell nicht vergessen würde. Mit einem Satz sprang sie von ihrem Stammplatz herunter und landete direkt vor der Nase des verdutzten Welpen. Der Dalmatiner setzte sich auf sein Hinterteil und schaute sie erwartungsvoll an. Prinzesschen erteilte ihm einen Tatzenhieb auf die Nase, stolzierte dann mit erhobenem Kopf direkt an ihrer Familie vorbei und verschwand durch die noch immer offenstehende Haustür.

Ihr Freund Anton saß unter dem Vogelhäuschen, eine seiner Lieblingsbeschäftigungen im Winter. Dabei war er viel zu schwerfällig, um auch nur einen der schlauen Wintergäste zu erbeuten.
»Anton, du glaubst nicht, was sich meine Familie wieder erlaubt hat.«
»Psst, sei leise. Du verschreckst die Vögel.«
Prinzesschen kicherte.
»Glaubst du wirklich, dass die sich von dir fangen lassen?«
Anton warf ihr einen beleidigten Blick zu.
»Na, erzähl schon. Was ist los mit deinen Dosenöffnern?«
Der Kater schüttelte den Kopf, nachdem Prinzesschen ihre Geschichte beendet hatte.
»Das werden harte Tage für dich. Der Hund scheint ja völlig unerzogen zu sein. Was hat sich Franzi nur dabei gedacht?«
»Prinzesschen, wo bist du?«
Franzi lief durch den Garten, in der Hand eine Packung mit Prinzesschens Lieblingsleckerchen. Scheinbar hatte sie ein schlechtes Gewissen. Prinzesschen würde sie noch ein wenig zappeln lassen. Und morgen, morgen war der Tag der Abrechnung.

Die Nacht war friedlich verlaufen. Franzi hatte den Hund mit in ihr ehemaliges Zimmer genommen. Ab und zu war ein Fiepen und Kratzen an der Tür zu vernehmen, aber wenigstens war Prinzesschen jetzt sicher in ihrem Körbchen. Sie war weiterhin entschlossen, ihr Revier zu verteidigen. Franzi würde schon sehen, wer hier das Sagen hatte.
Sie träumte gerade davon, wie sie mit Anton durch die Nachbarschaft streifte, um auf Mäusejagd zu gehen, als sie etwas Kaltes auf ihrer Nase spürte. Was war das? Sie nieste und wachte auf. Sie blickte direkt in das Gesicht des Dalmatiners, der ihr mit seiner Zunge quer über die Nase schleckte. Mit einem Satz sprang sie auf. Wie war das möglich? Dann fiel ihr ein, dass sie sich am Abend auf ihrem Kissen auf dem Sofa niedergelassen hatte. Dies zu erreichen, war für den Hund kein Problem.
»Hast du denn überhaupt kein Benehmen?«, fragte sie ihn.
Der Welpe antwortete mit einem kurzen Bellen.
»Kannst du etwa nicht reden?«
Erneut bellte er und schüttelte dann seine Schlappohren.
Prinzesschen war ratlos. So ein Hund war ihr noch nie begegnet. Konnten sich denn nicht alle Tiere miteinander unterhalten? Sie würde einen letzten Versuch unternehmen.
»Verstehst du mich wirklich nicht?«
Der Welpe winselte und versuchte erneut, ihr das Gesicht abzulecken. Prinzesschen wich einen Schritt zurück. Eigentlich war der Hund ja ganz niedlich, wenn er sie nur nicht so bedrängen würde.

»Na, ihr Zwei, freundet ihr euch doch noch an?«
Franzi setzte sich neben Prinzesschen auf die Couch und streichelte mit einer Hand den Hund, mit der anderen kraulte sie Prinzesschen hinter den Ohren.
Frau Mayer betrat das Wohnzimmer und klatschte vor Freude in die Hände.
»Das ist ja mal ein friedliches Bild.«

In diesem Moment sprang der Dalmatiner auf. In seinem Eifer, Frau Mayer zu begrüßen, streifte er den Weihnachtsbaum, der sich daraufhin bedrohlich zur Seite neigte. Die ersten Christbaumkugeln fielen klirrend zu Boden, der Baum folgte. Frau Mayer quietschte auf und Franzi versuchte, den umherspringenden Hund einzufangen. Prinzesschen thronte derweil auf ihrem Kissen und beobachtete das wilde Treiben. Es würde ein verrücktes Weihnachtsfest werden, das stand fest.

 

 

 

 

Text: Susanne Sommerfeld

Fotos: Uta Wentzke

10 Jahre

Liebe Leserinnen und Leser,

heute vor 10 Jahren musste ich meine Dalmatinerhündin „Jule“ über die Regenbogenbrücke gehen lassen. 14,5 Jahre ist sie alt geworden, ein stolzes Alter. Ich kann mich noch genau an den Tag erinnern, der 21.10.2009.

Ein Mittwoch war es und wir mussten die schwere Entscheidung treffen, „Jule“ einschläfern zu lassen. Zu groß war der Tumor an der Milchleiste geworden. Sie hatte mittlerweile auch Schmerzen und Probleme beim Hinlegen. Auch die Hinterbeine waren recht schwach geworden. Wir wollten sie nicht länger leiden lassen und so hieß es Abschiednehmen. Es war einer der schwersten Gänge für mich bis dahin, aber ich bin heute noch froh, dass ich bis zum Ende bei ihr war und sie ruhig hinübergleiten konnte.

Danach haben wir sie auf dem Tierfriedhof beerdigt. Ich brauchte dieses Grab für die Trauerbewältigung. Jetzt nach 10 Jahren habe ich es aufgelöst.

Und nun lasse ich unseren gemeinsamen Lebensabschnitt noch einmal in einigen Bildern Revue passieren:

 

 

Text und Fotos: Susanne Sommerfeld

Carlo

Traurig hockte Carlo in der Ecke des Zwingers, der jetzt sein neues Zuhause war. Er ließ die Ohren hängen und rührte weder Wasser noch Futter an, welches ihm Antonia, die freundliche Tierpflegerin, hingestellt hatte. Bis gestern noch lebte er in einem schönen Haus, tobte jeden Tag mit Leonie durch den Garten und genoss den Status eines vollwertigen Familienmitgliedes. Von einem Tag zum anderen jedoch hatte sich die Situation geändert, obwohl die ersten Anzeichen schon vor Wochen zu spüren waren. Die Eltern hatten sich jeden Tag gestritten und des Öfteren vergessen, ihn zu füttern. Nur Leonie, die Tochter, kümmerte sich immer rührend um ihn und teilte ihm ihren Kummer mit. Worte wie „Scheidung“ und „Hausverkauf“ waren gefallen, aber was konnte ein Hund schon mit diesen Begriffen anfangen? Jetzt saß er hier und wusste nicht, wie ihm geschah.

Antonia näherte sich dem Zwinger, aber der arme Hund hob nicht einmal den Kopf. Sie machte sich große Sorgen um ihn. Er war ein wunderschöner Kerl, ein Dalmatiner, der sechs Jahre lang ein gutes Zuhause hatte und nun ein Scheidungsopfer geworden war. Er tat ihr unendlich leid und sie wollte alles dafür tun, dass er wieder ein fröhlicher Hund werden und ein neues Heim bekommen würde. Jeden Tag machte Antonia lange Spaziergänge mit Carlo, brachte ihm die besten Leckerchen vorbei, aber er blieb traurig und blickte oft sehnsüchtig zum Eingangstor des Tierheims. Wahrscheinlich hoffte er, dass seine Familie ihn wieder abholen würde.

Die Adventszeit war angebrochen. Auch das Tierheim wurde geschmückt und die große Tanne am Eingang bekam eine schicke Lichterkette umgehangen. Immer wieder standen Menschen vor der Tür und wollten einen Hund oder eine Katze mitnehmen. Sie meinten es sicher gut, aber zur Weihnachtszeit wurden keine Tiere abgegeben. Oft landete das Tier als Geschenk unterm Weihnachtsbaum und einige Wochen später kam die Ernüchterung. Der Hund war doch noch nicht stubenrein, die Katze verwechselte die guten Möbel mit einem Kratzbaum.

Es war der Nachmittag des vierten Advents. Antonia war heute alleine für alle Bewohner des Tierheims zuständig. Es störte sie nicht, niemand wartete zuhause auf sie und die Tiere hier waren ihre Familie. Gerade hatte sie sich vorgenommen, noch einmal nach Carlo zu schauen, da klingelte es am Tor. Wer würde denn heute noch vorbeikommen?, dachte sie, ging zum Tor und erblickte eine junge Frau. „Wie kann ich Ihnen helfen?“, fragte Antonia und öffnete ihr das Tor. „Mein Name ist Mia. Ich weiß, dass Sie vor Weihnachten keine Tiere abgeben, aber ich habe vor zwei Wochen meinen treuen alten Hund einschläfern lassen müssen und jetzt sitze ich ganz allein daheim und fühle mich so einsam. Darf ich mich mal bei Ihnen umschauen?“ Antonia nickte und führte Mia zu den Hundezwingern.

Carlo hielt gerade ein Schläfchen, wachte aber auf, als er Antonias Stimme hörte. Aber da war noch jemand bei ihr, eine junge Frau. Langsam stand er auf und streckte sich. Die Stimme der Fremden war freundlich, aber es lag auch eine gewisse Traurigkeit darin. Die Frau schien genauso niedergeschlagen zu sein wie er. Mia lief den Gang entlang und schaute in die einzelnen Zwinger. Die meisten Hunde bellten laut, sprangen am Gitter auf und ab und versuchten mit allen Mitteln, ihre Aufmerksamkeit zu erlangen. Bei dem ein oder anderen Hund blieb sie stehen und betrachtete ihn sich näher.

Schließlich kam sie an Carlos Zwinger. Carlo bellte nicht, er sprang auch nicht hoch, er saß einfach nur am Gitter und wedelte mit dem Schwanz. Mia schaute ihn freundlich an und hockte sich vor ihm hin. „Du bist ja ein Hübscher, wie heißt du denn?“ „Das ist Carlo. Seine Besitzer haben sich getrennt und da ist er bei uns gelandet. Ich sehe ihn zum ersten Mal mit dem Schwanz wedeln“, sagte Antonia. Mia blickte freudestrahlend zu ihr hoch und musste nichts mehr sagen. Antonia sah, dass sich hier die Richtigen gefunden hatten. Sie fasste sich ein Herz und sagte: „Sie können ihn gern sofort mitnehmen. Er braucht ein richtiges Zuhause und ich habe keinen Zweifel, dass Sie ihm das bieten können.“ Mia strahlte noch mehr, sprang auf und umarmte Antonia. „Danke, vielen Dank. Das ist das schönste Weihnachtsgeschenk, das ich je bekommen habe.“

In Gedenken an Jule (1995 – 2009)

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Wir wünschen allen Lesern und Leserinnen einen schönen 3. Advent.

Text und Foto: Susanne Sommerfeld

Darf ich vorstellen – Jule

Darf ich euch heute meine Dalmatinerhündin Jule vorstellen? Im zarten Alter von acht Wochen holten meine Mutter und ich damals die Kleine von ihrem Züchter ab. Sie wäre die Ruhigste im Wurf, meinte der Züchter. Doch kaum in ihrem neuen Zuhause angekommen, verwandelte sie sich in einen Wirbelwind und hielt uns so über vierzehn Jahre auf Trab.

Viel haben wir mit ihr erlebt und durch sie viele nette Menschen kennengelernt. Denn man ist nie einsam, wenn man mit einem Hund spazieren geht. Ihre große Liebe, bis zu seinem Tod, war der Münsterländer-Rüde Tommy, den sie von Anfang an regelrecht bewunderte und mit dem, und mit seinem Frauchen natürlich, wir viele schöne Wanderungen erlebt haben.

Beste Freunde

Leider mussten wir unsere Jule am 21.10.2009 über die Regenbogenbrücke gehen lassen. Aber sie bleibt unvergessen und wird immer wieder mal einen Gastauftritt in diesem Blog haben.

Jule im Sommer 2009

Text und Fotos: Susanne Sommerfeld