Stralsund – Tor zu Rügen

Es gibt viele schöne Städte im Norden von Deutschland. Meine besondere Liebe aber gilt Stralsund. Davon abgesehen, dass man dank der Rügenbrücke ganz schnell auf der Insel Rügen ist, ist diese Kleinstadt ein wahres Kleinod an schick restaurierten Häusern. Besonders sticht der Alte Markt mit dem prachtvollen Rathaus hervor. Dort gibt es u. a. die Schokoladerie de Prie, die handgemachte wohlschmeckende Schokolade und Pralinen verkauft. Mein persönlicher Favorit dieses Jahr ist die Praline mit der Geschmacksrichtung „Mango-Minze“.

Besonders attraktiv ist außerdem, dass die Altstadt von Stralsund wunderbar zu Fuß zu erkunden ist. Zwischen Hafen und Knieperteich liegen kaum zwei Kilometer. Das Auto darf also gern stehen bleiben.

Kulinarisch hat Stralsund auch einiges zu bieten. Empfehlenswert ist z. B. der „Klabautermann“ am Hafen, der in rustikaler Einrichtung und zum Klang von Seemannsliedern allerlei Wohlschmeckendes aus Topf und Pfanne anbietet. Empfehlenswert sind auch das „Gastmahl am Sund“ auf der Seestraße und „Fischermann‘s Restaurant“ am Hafen, welches von der Terrasse einen guten Blick auf die im Hafen liegenden Yachten und Boote bietet. Wer Appetit auf ein belegtes Brot hat, dem sei die „Schnittchenfabrik“ in der Heilgeiststraße empfohlen. Selbstgebackenes Brot mit diversen, vor allem vegetarischen und veganen Aufstrichen im Ambiente eines sanierten Giebelhauses aus dem 17. Jahrhundert – das ist wirklich ein Erlebnis.

Die alte Hansestadt am Strelasund leistet sich zwei Meereskundemuseen, das Deutsche Meeresmuseum in der Halle der ehemaligen Katharinenkirche und das 2008 eröffnete Ozeaneum am Hafen. Während im Deutschen Meeresmuseum vorwiegend tropische Meeresbewohner gezeigt werden, lernt man im Ozeaneum die Ostsee, Nordsee und den Nordatlantik kennen. Auf der Dachterrasse des Ozeaneums wohnt außerdem eine Gruppe Humboldt-Pinguine. Ich kann den Besuch beider Museen empfehlen und rate zum Kauf eines Kombitickets. Man spart bares Geld, muss aber die beiden Museen nicht am selben Tag besuchen.

Gegenüber von Stralsund, bereits auf Rügen, befindet sich das kleine Örtchen Altefähr. Über die Rügenbrücke bzw. den Rügendamm, aber auch mittels Fähre, gelangt man relativ zügig dahin. Der Strand wurde erst kürzlich saniert und mit Spielplatz und Sitzgelegenheiten ausgestattet. Mit Blick auf Stralsund und Rügenbrücke kann man im „Strandhaus Altefähr“ am Ende der Strandpromenade sehr gut speisen. Wir hatten letztens das Glück, ein leckeres Barbecue zu bekommen. Trotz starken Regens ließ sich der Grillmeister nicht davon abhalten, immer wieder Bratwürstchen, Satéspieße und andere Köstlichkeiten aufzutischen.

Besonders angetan bin ich bei jedem Besuch in Stralsund von der im Hafen liegenden „Gorch Fock I“, einem Segelschiff Baujahr 1933, das derzeit Museumsschiff ist, aber mit Hilfe von Spendengeldern wieder fahrtauglich gemacht werden soll. Täglich von 10 bis 18 Uhr kann man sich an Bord des beeindruckenden Schiffs umschauen und wird über dessen Geschichte informiert.

Text und Fotos: Susanne Sommerfeld