Grüße vom Wank

Liebe Leserinnen und Leser,

der Wank ist sozusagen der Hausberg von Garmisch-Partenkirchen und einer meiner Lieblingsberge hier.

Es gibt etliche Möglichkeiten, heraufzukommen, zu Fuß und auch per Seilbahn.

Auf einer Höhe von 1780 m befinden sich zwei Einkehrmöglichkeiten und ein wunderschönes Plateau mit freilaufenden Pferden und Kühen. Dort verläuft auch ein Rundweg.

Liebe Grüße, Susanne

Text und Fotos: Susanne Sommerfeld

Zugspitze

Liebe Leserinnen und Leser,

gestern ging es mal wieder zur Zugspitze, zu Fuß, durch das Reintal.

Leider war meine Kondition gestern eher mäßig, so dass wir länger als die letzten Male unterwegs waren. Aber am Ende standen wir wieder oben auf dem Gipfel.

Das Wetter war gut und zum Glück kamen auch ein paar Wolken, denn dort oben brennt die Sonne schon ordentlich.

Hier ein paar Eindrücke:

Heute ist Schontag angesagt. Die Beine brummen und die armen Füße sind leider hinten aufgerieben…

Liebe Grüße, Susanne

Text und Fotos: Susanne Sommerfeld

Prinzesschens Urlaub

Etwas Unheimliches ging im Hause Mayer vor sich. Prinzesschen streckte die Nase in die Luft und roch Nervosität und Vorfreude. Was würde wohl auf sie zukommen? Frau Mayer war die Aufregung im Gesicht anzusehen. Seit Tagen schon wuselte sie im Haus herum und summte dabei vor sich hin.
Gerade kam sie mit einem furchteinflößenden Gegenstand aus dem Keller gestapft und stellte ihn im Wohnzimmer ab. Prinzesschen sprang von der Fensterbank und machte einen Buckel. Ihr Fell sträubte sich und ließ sie größer erscheinen, als sie mit ihren krummen Beinchen war.
Sicherheitshalber fauchte sie das Ungetüm an, um ihm zu zeigen, wer hier die Katze im Hause war. Doch das Monster ließ sich nicht beeindrucken und blieb ungerührt von ihrem Gebaren stehen. Vorsichtig näherte sich Prinzesschen dem Ding und schnupperte daran.
»Na, meine Kleine, hast du dich schon mit dem Koffer angefreundet?«, fragte Frau Mayer und streichelte ihr über den Kopf. Prinzesschen antwortete mit einem leisen »Miau« und schnupperte an dem Objekt namens »Koffer«.
»Du kannst leider nicht mit uns in den Urlaub kommen. Aber dich erwartet dein eigenes Abenteuer.«
»Urlaub«. Noch ein neues Wort.
Erneut kam Frau Mayer ins Wohnzimmer, dieses Mal mit einem Gegenstand, den Prinzesschen zutiefst verabscheute. Oh, nein, nicht zum Tierarzt, bitte nicht! Prinzesschen wich zurück und legte die Ohren an. Frau Mayer lachte.
»Nein, Prinzesschen, keine Angst. Kein Tierarzt. Du darfst deinen Urlaub in der besten Tierpension der Stadt verbringen.«
Prinzesschen spitzte die Ohren. Was war denn eine Tierpension? Und warum fuhren die Mayers ohne sie in den Urlaub?

»Urlaub? Koffer? Tierpension?«, fragte Anton.
»Los, sag schon. Hast du eine Ahnung, was mir bevorsteht?«
Der rote Kater schaute sie mit einem mitfühlenden Blick an und nickte.
»Ich bin jedes Jahr im Sommer für längere Zeit dort, was deine Menschen Tierpension nennen. Sie nennen es Urlaub, für mich ist es schlimmer als der Tierarztbesuch. Stell dir vor, ich bekomme da viel zu wenig zu fressen.«

»Miez, Miez, nun komm doch da raus«, flehte Frau Mayer, die mit hochrotem Kopf unter das Bett schaute und mit ein paar Wurststückchen wedelte.
Prinzesschen hatte sich in die hinterste Ecke gequetscht. Von so ein paar Leckereien würde sie sich nicht bestechen lassen. Anton hatte ihr in den dunkelsten Farben seine Erlebnisse in der Tierpension ausgemalt. Sie hatte überhaupt keine Lust auf »Urlaub«.
»Helmut, nun mach doch mal was!«, rief Frau Mayer entnervt in Richtung Badezimmer.
Doch Herr Mayer konnte nichts ausrichten. Prinzesschen blieb unter dem Bett hocken. Sollten die Mayers doch in den Urlaub fahren. Sie würde hier auch alleine zurechtkommen.
Sie war nur eine Sekunde weggenickt, – länger konnte es nicht gewesen sein – als sie eine Hand an ihrem Hals spürte. Noch bevor Prinzesschen entwischen konnte, hatte Frau Mayer sie schon ergriffen und bugsierte sie trotz heftiger Gegenwehr in die verhasste Transportbox. Verflixt!

Hier roch alles so fremd, nach anderen Katzen und zu allem Überfluss auch nach Hunden. Und dann erst diese Geräuschkulisse! Dem Gekläffe nach zu urteilen, mussten hier Hunderte davon leben. Das sollte der viel beschworene »Urlaub« sein?
Frau Mayer setzte die Transportbox ab und öffnete die Tür.
»Prinzesschen, schau mal, wie schön es hier ist. Und neue Freunde hast du hier auch.«
Neue Freunde? Sie hatte in ihrem Zuhause genügend. Wozu brauchte sie neue?
Vorsichtig streckte sie den Kopf aus der Box. Ein schwarz-weißer Kater saß am Fenster und ignorierte sie.

»Hey, wer bist du denn?«
Prinzesschen fauchte erschrocken, als sich die getigerte Schönheit vor ihr aufbaute. Eine solch große Katze hatte sie noch nie gesehen. Anton war nichts dagegen. Das war doch nicht etwa ein echter Tiger, so einer, wie sie ihn letztens im Fernsehen bewundert hatte? Sie drehte sich nach Frau Mayer um, aber diese war bereits gegangen. Hilfe war nicht zu erwarten.
»Na, hat es dir die Sprache verschlagen? Das ist nicht besonders höflich, weißt du?«
Prinzesschen setzte sich aufrecht hin und hoffte, dadurch etwas größer zu wirken.
»Ich bin Prinzesschen. Und du?«
Die Tigerin prustete vor Lachen.
»Prinzesschen? Das ist wirklich dein Name?«
»Was ist bitte daran so lustig?«
»Ach, vergiss es. Nicht so wichtig. Mein Name ist Sidonie von der Villa Waldesruh.«
Und die macht sich über meinen Namen lustig, dachte Prinzesschen.

Der Urlaub war gar nicht so übel. Entgegen ihren Befürchtungen bekam sie hier genügend zu fressen und die Dosenöffner waren freundlich und verteilten jede Menge Streicheleinheiten. Sidonie entpuppte sich als wunderbare Spielkameradin, nur Rudolph, der schwarz-weiße Kater, saß lieber am Fenster und starrte hinaus. Er hätte Heimweh, so nannte es Sidonie.

»Prinzesschen, wach auf.«
Prinzesschen knurrte leise. Sie träumte gerade von ihrer Familie und wollte nicht geweckt werden.
»Nun, komm schon. Deine Familie ist zurück.«
Prinzesschen spitzte die Ohren. Was hatte Sidonie da gesagt? Mit einem Satz war sie aufgesprungen und drückte ihre Nase dicht ans Fenster. Und da waren sie, Frau und Herr Mayer, und sogar Franzi war dabei.

»Meine Kleine, wir sind wieder zurück.«
Schnurrend strich Prinzesschen um die Beine ihrer Familie. Zum Abschied nickte Sidonie ihr zu.
»Mach’s gut, Prinzesschen, bis zum nächsten Mal.«

 

 

Text: Susanne Sommerfeld

Geschafft – Camp NaNoWriMo Juli 2019

winner

 

Liebe Leserinnen und Leser,

31 Tage Überarbeitung und eine Premiere liegen hinter mir – das erste Mal habe ich am Camp NaNoWriMo teilgenommen. Und was soll ich sagen? Ich bin so froh, dabei gewesen zu sein, denn meine Motivation zur Überarbeitung meiner im November geschriebenen Geschichte wuchs von Tag zu Tag und ich habe mein Ziel bei weitem übertroffen. Am 30.07. habe ich das letzte Wort der Geschichte überarbeitet und gestern noch den Schlussabsatz geschrieben.

Natürlich war das erst der erste Überarbeitungsdurchgang und etliche werden folgen. Der Ausdruck liegt nun vor mir, aber ich werde mir ein paar Tage Verschnaufzeit gönnen, bevor ich mich dann in die nächste Phase stürze. Vorteil der täglichen Überarbeitung war für mich vor allem, dass ich sofort wieder in der Geschichte drin war und einige Logikfehler entdeckt und teilweise schon ausgemerzt habe.

Wie ist euer Camp verlaufen und habt ihr eure Ziele erreicht?

Liebe Grüße, Susanne

 

Text: Susanne Sommerfeld

Versöhnung

Liebe Leserinnen und Leser,

im gestrigen Beitrag (Schreiben unter freiem Himmel) hatte ich euch geschrieben, dass eine der Aufgaben lautete, aus 8 Stichwörtern (2 pro Teilnehmer) eine kurze Geschichte zu schreiben. Hier mein (heute leicht bearbeiteter) Beitrag. Die Stichworte waren: Trockenheit, Biergartenatmosphäre, Natur, Störung, bewegen, entspannen, Mutterliebe, ewige Liebe. An manchen Stellen habe ich die Worte leicht abgewandelt.

Was sagt ihr zum Ergebnis?

 

Tanjas Magen krampfte sich zusammen, als sie die Worte ihrer Mutter am Telefon vernahm. Schon immer hatte diese ihre Schwester Verena vorgezogen. War das etwa Mutterliebe?
„Bei Verenas Hochzeit warst du doch auch dabei. Warum kommst du nicht zu meiner?“
Ihre Mutter seufzte. Wie Tanja diese Seufzer hasste. Sie steckten voller Vorwürfe. Als wäre sie eine ständige Belastung.
„Warum musstest du auch nach Amerika auswandern? Hättest du deine ewige Liebe nicht auch hier finden können?“
Tanja legte auf. Dieses Gespräch war sinnlos. Mit Mühe unterdrückte sie die Tränen. Sie musste jetzt raus in die Natur. Allein dort war es ihr möglich, sich zu entspannen.

 

Sie nahm den Autoschlüssel vom Haken und stieg in ihren Wagen. Kurz überlegte sie, ob sie Matthew anrufen sollte. Nein, ich störe ihn bloß bei der Arbeit, dachte sie. Es reicht, wenn er es heute Abend erfährt.
Niemand aus ihrer Familie würde bei der Hochzeit dabei sein. Verena stand auf Mutters Seite, wie immer. Ihr Vater hatte sich vor zwei Jahren mit einer jüngeren Frau aus dem Staub gemacht. Tanja brach den Kontakt zu ihm auf Wunsch ihrer Mutter daraufhin ab. Und trotzdem konnte sie ihr nichts recht machen. Den schönsten Tag ihres Lebens würde sie ohne ihre Familie verbringen.

 

Die Bewegung tat ihrem schmerzenden Kopf gut. Sie atmete tief durch. Der Geruch der Kiefern und des Waldbodens löste Erinnerungen an ihre Kindheit in Brandenburg aus. Nur, dass sie sich hier in einem Nationalpark in Amerika befand, wo jederzeit ein Bär oder Elch aus dem Gebüsch kommen konnte. Absolut still war es jetzt, keine störenden menschengemachten Geräusche waren zu vernehmen. Sie horchte in sich hinein und wusste, dass es die richtige Entscheidung gewesen war, in Matthews Heimat auszuwandern. Ihre Familie war jetzt hier.

 

Ein Ast knackte und knirschte. Tanja zuckte zusammen. Mit einem dumpfen Plopp landete er nur einen Meter von ihr entfernt auf dem Pfad. Die wochenlange Trockenheit machte den Bäumen zu schaffen. Tanja überlegte, wann es zuletzt geregnet hatte, aber sie erinnerte sich nicht. Wer will den Klimawandel noch leugnen?, dachte sie. Sie wusste, dass es in diesem Sommer auch in ihrer Heimat verheerende Waldbrände gegeben hatte.
Was hatte ihre Mutter dazu gesagt? ‚Wir lassen uns doch davon nicht die Biergartenatmosphäre vermiesen.‘

 

Tanja trat den Rückweg an. Heute würde sie die Einladungen vorbereiten. Ihr Vater würde auch eine bekommen.

 

Text: Susanne Sommerfeld

Schreiben unter freiem Himmel

Liebe Leserinnen und Leser,

„Schreiben unter freiem Himmel – Natur und Kunst“ – so lautete das Motto des Schreibworkshops, den ich heute besucht habe. Ausgerichtet wurde dieser von Anett Kollmann, deren Schreibkurse ich bereits in unserem Thalia in Dresden besucht habe (und weiterhin besuchen werde).

Zum Glück war es heute auch nicht ganz so heiß und drückend wie in den letzten Tagen, so dass der Kopf auch brav mitgearbeitet hat. Getroffen haben wir uns, d. h. 3 Mitstreiter und ich, mit Frau Kollmann im Großen Garten in Dresden und dann ging es auch direkt los mit einer Lockerungsübung fürs Gehirn. Dafür mussten wir ein ABC-Darium aufschreiben. Das bedeutet, dass man untereinander alle Buchstaben des ABC aufschreibt und zu jedem Buchstaben ein Stichwort, in diesem Fall zum Thema Park, notiert. Das klingt leichter als es ist, aber gemeinsam haben wir dann am Ende sogar noch zu den unmöglichsten Buchstaben ein Wort gefunden.

Danach ging es weiter mit einer Übung, die Frau Kollmann „66 Schritte“ nannte. Wir mussten bis zu einem vereinbarten Treffpunkt aller 66 Schritte stehenbleiben und an diesem Punkt unsere jeweiligen Beobachtungen und Empfindungen aufschreiben. Eine sehr interessante Aufgabe, die wirklich auch die Beobachtungsgabe stärkt.

Nach dieser Übung haben wir uns an einem schattigen Plätzchen, einem kleinen Amphitheater, niedergelassen, aber nicht um zu pausieren. Nein, es ging direkt weiter. Als nächstes mussten wir uns drei bis vier Wörter aus unseren Notizen auswählen und ein japanisches Haiku bzw. ein Tanka bilden. Ein Haiku bzw. Tanka ist ein japanisches Kurzgedicht mit einer bestimmten Silbenanzahl pro Zeile.

Schlussendlich durfte jeder zwei Wörter aus seiner Liste auswählen und aus den insgesamt acht Wörtern aller Teilnehmer sollte eine Geschichte entstehen. Wir hatten hierfür eine Stunde Zeit. Ich habe mir eine gemütliche Parkbank gesucht mit Blick auf den Palaisteich und seinen Springbrunnen und es tatsächlich geschafft, in dieser Zeit eine kurze Geschichte mit allen acht Wörtern zu erstellen.

In den nächsten Tagen werde ich diese noch einmal überarbeiten und dann im Blog einstellen. Die acht Wörter würde ich euch auch mitteilen, damit ihr seht, welch unterschiedliche Ideen dort eingebracht werden mussten. Das war wirklich gar nicht so leicht.

Am Ende haben alle Teilnehmer ihre Geschichten vorgelesen und die anderen durften dann Kritik üben. Diese konstruktive Kritik soll schließlich dabei helfen, sich zu verbessern.

Frau Kollmann ist eine sehr angenehme Person und bringt Schreibtipps mit viel Humor rüber. Ich kann ihre Kurse im Thalia Dresden nur weiterempfehlen. Hier könnt ihr mehr über sie und ihre angebotenen Kurse erfahren: Internetseite Frau Kollmann.

Ich wünsche euch noch einen angenehmen Abend,

Susanne