Review: Die Verlegerin

Als ich den Trailer des neuen Kinofilms „Die Verlegerin“ gesehen habe, wusste ich sofort, da muss ich rein. Ich gebe zu, dass ich mich vorab noch einmal bezüglich des Vietnam-Krieges und der sogenannten Pentagon-Papiere belesen habe, um das notwendige Hintergrundwissen für diesen Film zu haben.

 

„Meine Entscheidung steht und ich gehe jetzt ins Bett.“ Mit diesem Satz bringt Katharine Graham, gespielt von Meryl Streep, den Stein ins Rollen. Nachdem es der New York Times per Gerichtsbeschluss untersagt wurde, weitere Informationen aus den entwendeten geheimen Pentagon-Papieren preiszugeben, stellt sich die Verlegerin der Washington Post gegen die Unterdrückung der Pressefreiheit und veröffentlicht weitere brisante Informationen darüber, wie die Vereinigten Staaten und damit vier Präsidenten das Volk in Bezug auf den Vietnam-Krieg belogen haben. Katharine Graham hat es nicht leicht. Sie übernimmt den Chefposten bei der Washington Post nach dem Selbstmord ihres Mannes im Jahr 1963, einer Zeit, in der Frauen so gut wie nie in leitenden Positionen zu finden sind. Ob es sich um ihre Kollegen, die Vorstandsmitglieder oder die Banker handelt, immer muss sie sich gegen Männer behaupten, die ihr keine großen Entscheidungen zutrauen. In ihrem Chefredakteur Ben Bradlee (Tom Hanks) hat sie einen Verbündeten, der an sie glaubt und zusammen mit ihr 1971 die Pentagon-Dokumente veröffentlichen möchte. Als sich Graham zur Veröffentlichung entscheidet, ziehen aus Solidarität auch andere US-Zeitungsverleger nach und beteiligen sich an der Preisgabe der Informationen. In einem Gerichtsverfahren gewinnt die Washington Post den Prozess und damit gewinnt auch die Pressefreiheit.

 

Mein Fazit: Steven Spielberg hat einen großartigen Film geschaffen, der auf einer wahren Geschichte basiert. Mit Meryl Streep hat er außerdem meiner Meinung nach die bestmögliche Schauspielerin für diese Rolle eingesetzt. Sie verkörpert die erst etwas zurückhaltende, mit zunehmender Verantwortung auch risikofreudigere Katharine Graham perfekt. Der Film hat mir sehr gut gefallen und meine Geschichtskenntnisse auch ein wenig aufgefrischt. Und es hat mir vor Augen geführt, wie wichtig die Pressefreiheit ist und welch wichtige Funktion Journalisten haben und dass sie das nie vergessen sollten!

 

Text: Susanne Sommerfeld

 

3 Gedanken zu „Review: Die Verlegerin

  1. Pingback: Die Verlegerin | Review | DerStigler


  2. https://polldaddy.com/js/rating/rating.jsIch hab ihn gestern Abend auch gesehen, im OmU, deshalb hatte ich auch noch neben der excellenten schauspielerischen Leistung von Streep und Hanks das Erlebnis ihrer Stimmen, was ich jedem empfehlen kann. Und ja… Du hast Recht: erschreckend die Erkenntnis, möglicherweise nicht nur Fake News sondern v.a. auch bewußte No News, also Schweigen, erleben zu müssen. Danke für Deinen Beitrag und schöne Grüße. Birgit

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