Nellys Stippvisite

Hatte ich da gerade die Türklingel gehört? Verschlafen schielte ich zum Wecker. Halb fünf morgens, also musste ich geträumt haben. Kaum hatte ich mich entspannt noch einmal umgedreht, da klingelte es erneut. Empört stieg ich aus dem Bett. Wer traute sich denn, an einem Samstag um diese Zeit zu klingeln? Mit einem mulmigen Gefühl näherte ich mich der Tür. Es war doch hoffentlich nichts passiert? Wer war das nur, die Polizei etwa? Auf nackten Sohlen schlich ich im dunklen Flur Richtung Tür und schaute durch den Spion. Bei dem Anblick, der sich mir bot, stockte mir glatt der Atem. Mein Nachbar stand im Schlafanzug vor der Tür, mit meiner Katze Nelly auf dem Arm. Wie konnte das sein? Ich riss die Tür auf und in diesem Moment sprang Nelly ganz galant von Nachbars Arm, eilte in meine Wohnung und nahm ihren Lieblingsplatz auf dem Sofa ein.

Mein Nachbar erzählte mir nun, wie Nelly ihn des Nachts überrascht hatte. Sie war über unser Dachfenster zu einem nächtlichen Spaziergang aufgebrochen. Scheinbar hatte sie entschieden, dem Nachbarn noch einen Besuch abzustatten und war über sein Dachfenster direkt im Ehebett gelandet. Beide waren zu Tode erschrocken, als auf einmal eine Katze wie aus heiterem Himmel auf sie fiel. Da mein Nachbar Nelly kannte, machte er sich umgehend auf den Weg zu mir. Seine Frau jedoch mied mich in der folgenden Zeit. Scheinbar war sie nachtragender als ihr Mann.

Mir war diese Sache sehr peinlich, aber mein Nachbar nahm das Ganze locker und meinte nur schmunzelnd: „Kann passieren“. Unserer guten Nachbarschaft hat diese Geschichte zum Glück keinen Abbruch getan. Mit einem kleinen Entschuldigungsgeschenk als Wiedergutmachung konnte ich mich noch einmal bei den netten Nachbarn für ihre Nachsicht bedanken.

Nelly schien jedoch ein schlechtes Gewissen gehabt zu haben, denn sie benahm sich danach vorbildlich, schnurrte und blickte mich stolz an. Und wie hätte ich dem Blick dieser niedlichen Katze auch widerstehen können? Schnell hatte ich ihr diese Stippvisite beim Nachbarn verziehen.

Nelly

 

 

 

Text und Foto: Uta Wentzke

Tanz auf dem Eis

Unsere tierischen Nachbarn haben es oft nicht leicht im Winter. Auf die Fütterung mit altem Brot solltet ihr aber bitte trotzdem verzichten. Frisches Brot darf nur in kleinen Mengen und dann auch nur klein geschnitten gefüttert werden. Es gibt aber auch spezielles Futter für Wassergeflügel im Handel.

 

 

 

 

 

Fotos: Susanne Sommerfeld

Nicht die Semperoper, aber …

Erst einmal wünschen wir allen Leserinnen und Lesern ein gesundes und glückliches neues Jahr.

Mein Weihnachtsfest habe ich in Görlitz verbracht. Und wie es seit Jahren bei uns Tradition ist, gehen wir vor und zu Weihnachten in das Gerhart-Hauptmann-Theater in Görlitz. Es ist ein kleines Haus, aber immer wieder staune ich, welch gute Aufführungen dort geboten werden.

Am 23.12.2016 waren wir im 39. Weihnachtskonzert, welches dieses Jahr unter dem Motto „Brenne auf, mein Licht“ stand. Wie jedes Jahr gab es ein von Stefan Bley liebevoll ausgewähltes Repertoire zu hören. Weihnachtliche und winterliche Stücke z. B. von Edward Grieg, Arthur Foote, aber auch dem weniger bekannten Charles Villiers Stanford, einem irischen Komponisten, wurden von der Lausitzer Philharmonie zu Gehör gebracht. Die Mitglieder der Tanzcompany zeigten ihr Können zu einem schottischen Volklied. Richtig Schwung kam dann mit den „Schlittschuhläufern“ von Émile Waldteufel auf. Auch Joseph Haydn, Carl Philipp Emanuel Bach sowie Antonin Dvorak fehlten nicht. Alles in allem ein gelungener Nachmittag mit bekannten und neuen Klängen. 2017 feiert das Görlitzer Weihnachtskonzert sein 40. Jubiläum und wir sind schon gespannt, was sich Herr Bley dafür einfallen lassen wird.

20161223_162625

Am zweiten Weihnachtsfeiertag war dann eine Operette angesagt, „Orpheus in der Unterwelt“ von Jacques Offenbach. Die Inszenierung war ein Augenschmaus und sehr gelungen, herrlich bunte Kostüme und viel Liebe zum Detail. Die Sänger, Tänzer und die Lausitzer Philharmonie haben zu einem gelungenen Abend beigetragen, was dann auch mit Standing Ovations belohnt wurde. Wer diese Vorstellung noch sehen möchte: am 15.01.2017 ist noch einmal Gelegenheit dafür.

 

20161225_20513620161225_20573120161225_210846

 

Text und Fotos: Susanne Sommerfeld

Der perfekte Weihnachtsbaum

Wir wünschen unseren Leserinnen und Lesern ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest. Zum Einstimmen hier eine kurze Geschichte.

Die ersten Schneeflocken des Winters fielen vom wolkenverhangenen Himmel und legten sich leise auf alle Oberflächen. Bald schon waren Bäume, Sträucher und Wiesen weiß bedeckt und die Kinder des Dorfes konnten es kaum erwarten, einen Schneemann zu bauen. Doch Geduld war gefragt, noch reichte der Schnee nicht dafür. Die kleine Sarah stapfte mit ihren neuen roten Winterstiefeln über die Wiese hinter dem Haus und schaute missmutig in den Himmel. Wenn es doch nur schneller schneien würde, dachte sie. Als ob die grauen Wolken ein Einsehen mit ihr hätten, fielen immer mehr und immer größere Schneeflocken herab und bald sah Sarah selbst aus wie ein Schneemann. Lachend drehte sie sich ein paar Mal um sich selbst und rannte dann los, immer weiter bis zum nahegelegenen Waldrand. Bald konnte sie die Stimmen der anderen spielenden Kinder nur noch gedämpft hören. Ihre Eltern hatten ihr verboten, zu weit in den Wald hineinzulaufen, aber sie wollte sich nur ein wenig umschauen. Schließlich war Adventszeit und vielleicht würde sie einen geeigneten Weihnachtsbaum entdecken, den sie dann ihrem Vater zeigen könnte. Jedes Jahr holte ihre Familie einen kleinen Baum aus dem Wald, stellte ihn mitten in das gemütliche Wohnzimmer und schmückte ihn gemeinsam. Dieses Ritual liebte Sarah sehr und so hielt sie Ausschau nach einem schönen Baum. Es gab so viel zu entdecken im Wald und sie liebte die Stille dort.

Plötzlich raschelte es im Unterholz. Sarah zuckte zusammen und ihr wurde schlagartig bewusst, wie weit sie schon in den Wald vorgedrungen war. Sie drehte sich um und konnte den Waldrand und die Wiese nicht mehr sehen. Obwohl sie sich vorher noch nie im Wald gefürchtet hatte, bekam sie jetzt doch ein wenig Angst und wollte gerade den Rückweg antreten, als zwischen den Bäumen etwas aufblitzte. Ihre Nackenhaare stellten sich auf, aber die kindliche Neugier konnte sie nicht unterdrücken. Langsam näherte sie sich der Stelle, von der inzwischen ein helles Leuchten ausging. Nach einigen Metern trat sie auf eine Lichtung und schaute mit großen Augen auf das Schauspiel, welches sich ihr bot. Mitten auf der Lichtung stand die schönste Tanne, die sie je gesehen hatte, und ein goldenes Licht umgab den prachtvollen Baum. Die auf die Zweige fallenden Schneeflocken glitzerten ebenfalls goldfarben und wirkten wie weihnachtlich funkelnder Baumschmuck. Sie lief auf den Baum zu und wusste, sie hatte den perfekten Familienweihnachtsbaum für das diesjährige Fest gefunden. Vor ihrem geistigen Auge sah sie bereits, wie wunderbar er das Wohnzimmer schmücken würde. Ihr Vater würde stolz auf sie sein und sicher auch vergessen, sie zu tadeln, weil sie allein in den Wald gelaufen war.

Nun wollte sie schnell nach Hause laufen und später mit ihrem Vater zurückkommen, um den Baum zu fällen. Im Gehen drehte sie sich noch einmal zu der Lichtung um und stolperte dabei über eine am Boden liegende Wurzel. Zum Glück lag noch Laub am Boden und die Schneeschicht dämpfte ihren Sturz zusätzlich. Vor sich hin schimpfend rappelte sie sich wieder auf und klopfte sich den Schnee von der Hose und ihrem Mantel. Da drang ein leises Klingeln an ihr Ohr. Erneut wendete sie sich der Lichtung zu und traute ihren Augen kaum. Neben der Tanne stand ein großer Schlitten, vor dem neun graubraune Rentiere eingespannt waren. Jedes Rentier hatte ein rotes Band mit einem silbernen Glöckchen um den Hals. Auf dem Schlitten saß ein älterer beleibter Mann mit einem langen weißen Bart, bekleidet mit einem weiten roten Mantel. Auf seinem Kopf saß eine ebenfalls rote Mütze, welche mit weißem Pelz besetzt war. Er schaute zu Sarah hinüber und winkte ihr. Selbst von hier aus konnte sie sein freundliches Gesicht erkennen. Sarah rieb sich die Augen und war sich auf einmal nicht mehr sicher, ob sie wach war oder träumte. Eilig kniff sie sich fest in den linken Arm. Au! Mehrfach zwinkerte sie mit den Augen, aber der Schlitten, der alte Mann, die Rentiere und der leuchtende Weihnachtsbaum waren immer noch da. Sarah stand wie angewurzelt und traute sich kaum zu atmen. Sie glaubte schon seit einiger Zeit nicht mehr an den Weihnachtsmann und ahnte, dass ihre Eltern hinter den Geschenken für sie steckten. Dessen war sie sich jetzt jedoch nicht mehr so sicher. Auf einmal ertönte ein lauter Pfiff und die Rentiere setzten den Schlitten in Gang. Der Weihnachtsmann winkte ihr noch einmal zu und Sarah winkte schüchtern zurück. Der Schlitten drehte noch eine Ehrenrunde auf der Lichtung und erhob sich dann in die Luft. Nur wenige Minuten später war Sarahs persönliches Weihnachtsmärchen vorbei, der Baum stand einsam auf der Lichtung, das Strahlen war erloschen und Stille senkte sich erneut über den Wald.

Sarah löste sich langsam aus ihrer Starre und trat den Heimweg an. Sie hatte entschieden, niemandem etwas von ihrem Erlebnis zu erzählen und auch den Baum zu verschonen. Ihn zu fällen und dann kurz nach Weihnachten zu entsorgen, wäre eine Schande. Nächstes Jahr in der Adventszeit würde sie ihn wieder besuchen und hoffte auf ein Wiedersehen mit dem Weihnachtsmann und den Rentieren.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Text und Foto: Susanne Sommerfeld

Weihnachtszeit – Zeit zum Backen

Uta verrät euch heute ein altes Familienrezept für Kokosmakrönchen.

Zutaten:

5              Eiweiß steifschlagen

180 g        Zucker

300 g        Marzipan-Rohmasse

250 g        Kokosraspeln

2 EL          Zitronensaft

2 EL          Rum (wenn gewünscht)

Zubereitung:

Alles zu einer Masse rühren und kleine Häufchen auf Oblatentäfelchen (geht auch ohne) geben.

Bei 160°C Umluft ca. 15-20 min. backen.

 

Wir wünschen euch viel Spaß beim Backen und Naschen.

Eure Uta und Susanne

Carlo

Traurig hockte Carlo in der Ecke des Zwingers, der jetzt sein neues Zuhause war. Er ließ die Ohren hängen und rührte weder Wasser noch Futter an, welches ihm Antonia, die freundliche Tierpflegerin, hingestellt hatte. Bis gestern noch lebte er in einem schönen Haus, tobte jeden Tag mit Leonie durch den Garten und genoss den Status eines vollwertigen Familienmitgliedes. Von einem Tag zum anderen jedoch hatte sich die Situation geändert, obwohl die ersten Anzeichen schon vor Wochen zu spüren waren. Die Eltern hatten sich jeden Tag gestritten und des Öfteren vergessen, ihn zu füttern. Nur Leonie, die Tochter, kümmerte sich immer rührend um ihn und teilte ihm ihren Kummer mit. Worte wie „Scheidung“ und „Hausverkauf“ waren gefallen, aber was konnte ein Hund schon mit diesen Begriffen anfangen? Jetzt saß er hier und wusste nicht, wie ihm geschah.

Antonia näherte sich dem Zwinger, aber der arme Hund hob nicht einmal den Kopf. Sie machte sich große Sorgen um ihn. Er war ein wunderschöner Kerl, ein Dalmatiner, der sechs Jahre lang ein gutes Zuhause hatte und nun ein Scheidungsopfer geworden war. Er tat ihr unendlich leid und sie wollte alles dafür tun, dass er wieder ein fröhlicher Hund werden und ein neues Heim bekommen würde. Jeden Tag machte Antonia lange Spaziergänge mit Carlo, brachte ihm die besten Leckerchen vorbei, aber er blieb traurig und blickte oft sehnsüchtig zum Eingangstor des Tierheims. Wahrscheinlich hoffte er, dass seine Familie ihn wieder abholen würde.

Die Adventszeit war angebrochen. Auch das Tierheim wurde geschmückt und die große Tanne am Eingang bekam eine schicke Lichterkette umgehangen. Immer wieder standen Menschen vor der Tür und wollten einen Hund oder eine Katze mitnehmen. Sie meinten es sicher gut, aber zur Weihnachtszeit wurden keine Tiere abgegeben. Oft landete das Tier als Geschenk unterm Weihnachtsbaum und einige Wochen später kam die Ernüchterung. Der Hund war doch noch nicht stubenrein, die Katze verwechselte die guten Möbel mit einem Kratzbaum.

Es war der Nachmittag des vierten Advents. Antonia war heute alleine für alle Bewohner des Tierheims zuständig. Es störte sie nicht, niemand wartete zuhause auf sie und die Tiere hier waren ihre Familie. Gerade hatte sie sich vorgenommen, noch einmal nach Carlo zu schauen, da klingelte es am Tor. Wer würde denn heute noch vorbeikommen?, dachte sie, ging zum Tor und erblickte eine junge Frau. „Wie kann ich Ihnen helfen?“, fragte Antonia und öffnete ihr das Tor. „Mein Name ist Mia. Ich weiß, dass Sie vor Weihnachten keine Tiere abgeben, aber ich habe vor zwei Wochen meinen treuen alten Hund einschläfern lassen müssen und jetzt sitze ich ganz allein daheim und fühle mich so einsam. Darf ich mich mal bei Ihnen umschauen?“ Antonia nickte und führte Mia zu den Hundezwingern.

Carlo hielt gerade ein Schläfchen, wachte aber auf, als er Antonias Stimme hörte. Aber da war noch jemand bei ihr, eine junge Frau. Langsam stand er auf und streckte sich. Die Stimme der Fremden war freundlich, aber es lag auch eine gewisse Traurigkeit darin. Die Frau schien genauso niedergeschlagen zu sein wie er. Mia lief den Gang entlang und schaute in die einzelnen Zwinger. Die meisten Hunde bellten laut, sprangen am Gitter auf und ab und versuchten mit allen Mitteln, ihre Aufmerksamkeit zu erlangen. Bei dem ein oder anderen Hund blieb sie stehen und betrachtete ihn sich näher.

Schließlich kam sie an Carlos Zwinger. Carlo bellte nicht, er sprang auch nicht hoch, er saß einfach nur am Gitter und wedelte mit dem Schwanz. Mia schaute ihn freundlich an und hockte sich vor ihm hin. „Du bist ja ein Hübscher, wie heißt du denn?“ „Das ist Carlo. Seine Besitzer haben sich getrennt und da ist er bei uns gelandet. Ich sehe ihn zum ersten Mal mit dem Schwanz wedeln“, sagte Antonia. Mia blickte freudestrahlend zu ihr hoch und musste nichts mehr sagen. Antonia sah, dass sich hier die Richtigen gefunden hatten. Sie fasste sich ein Herz und sagte: „Sie können ihn gern sofort mitnehmen. Er braucht ein richtiges Zuhause und ich habe keinen Zweifel, dass Sie ihm das bieten können.“ Mia strahlte noch mehr, sprang auf und umarmte Antonia. „Danke, vielen Dank. Das ist das schönste Weihnachtsgeschenk, das ich je bekommen habe.“

In Gedenken an Jule (1995 – 2009)

2002-11-20-13-15-31-nikolausjule-gorlitz

Wir wünschen allen Lesern und Leserinnen einen schönen 3. Advent.

Text und Foto: Susanne Sommerfeld

Überraschung zum 2. Advent

Liebe Leserinnen und Leser unseres Blogs, heute zum 2. Advent habe ich eine besondere Überraschung für euch.

Auf der Lesemesse im November habe ich am Stand von Qindie die Autorin Katharina Gerlach kennengelernt und wir haben uns ausführlich unterhalten. Sie ist eine ganz Nette und hat schon etliche Bücher veröffentlicht und ist auch bei Qindie beteiligt. Davon hatte ich ja schon in meinem Beitrag von der Lesemesse berichtet.

Für unsere Leser hat sie nun ein ganz besonderes Advents- bzw. Weihnachtsgeschenk: ab sofort könnt ihr ihre neueste Geschichte „Der Wettstreit – Das kalte Herz“ kostenlos herunterladen. Der Link ist bis 31.12.2016 gültig: Link zur Geschichte . Nach dem Herunterladen fragt euch Instafreebie, ob ihr euch in die Mailingliste eintragen wollt, dies ist optional.

Lasst euch also verzaubern von einer neu erzählten Version der bekannten Geschichte „Das kalte Herz“. Über eine Rezension bei Amazon oder Weltbild würde sich Katharina im Anschluss sehr freuen.

Weitere Informationen über Katharina Gerlach erhaltet ihr hier: Infos auf Qindie.de .

Euch allen einen schönen 2. Advent,

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

eure Susanne und Uta