Ausflugstipp: Leipzig

Das schöne Frühlingswetter hat mich am Samstag nach Leipzig gelockt. Nein, nicht zur Buchmesse, sondern zum Stadtbummel. Für alle, die diese wunderschöne Stadt noch nicht kennen, folgen hier ein paar Impressionen. Übrigens ist die Innenstadt sehr gut vom Hauptbahnhof zu erlaufen.

Wie ihr seht, fühlen sich sogar Graureiher dort wohl. Die Aufnahme entstand in der Nähe des Hauptbahnhofes, in einer kleinen Parkanlage hinter der Oper.

Die Musik spielt in Leipzig eine wichtige Rolle. Hier lebten und wirkten z. B. Johann Sebastian Bach, Felix Mendelssohn Bartholdy, Edvard Grieg, Gustav Mahler und Clara und Robert Schumann. So zieht sich das Thema Musik auch durch die ganze Stadt:

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Gewandhaus Leipzig

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Oper Leipzig

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Straßenmusiker mit Dudelsack und Trommel

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Gruppe „Stilbruch“

 

Im Musikviertel der Stadt, wo sich auch die Hochschule für Musik befindet, gibt es viele schöne Bauwerke und Villen sowie den Johannapark und den Clara-Zetkin-Park.

 

Leipzig ist auch bekannt für seine Passagen, z. B. die Mädlerpassage und Speck’s Hof, die allein architektonisch schon ein Hingucker sind. In der Mädlerpassage befindet sich auch „Auerbachs Keller“, eine durch Goethes „Faust“-Dichtung weltberühmt gewordene Gaststätte.

Ich möchte noch einmal zum Thema Musik zurückkommen, nämlich zu Johann Sebastian Bach. Bach ist mein absoluter Lieblingskomponist und da ich seit einigen Jahren Klavier lerne, komme ich auch dort nicht an ihm vorbei. Bach war Kantor in der Thomaskirche von 1723 bis 1750.

Unten in der Diashow seht ihr Bilder der Thomaskirche von außen und innen sowie Bachs Grab in der Kirche. Sein Denkmal steht vor der Thomaskirche und schräg gegenüber gibt das kleine, aber gut sortierte Bachmuseum. Einen Besuch kann ich jedem Interessierten nur empfehlen. Anlässlich Bachs 332. Geburtstag war der Eintritt gestern sogar frei.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Einen Besuch im Riquet-Haus kann ich euch empfehlen. Die beiden Elefantenköpfe über dem Eingang waren das Markenzeichen der Firma Riquet & Co., welche u. a. mit Schokoladenprodukten aus eigener Herstellung handelte. Im Erdgeschoss befindet sich ein normales Café und im ersten Obergeschoss ein Wiener Café. Leider habe ich dort gestern keinen Platz bekommen. Am Wochenende ist das Café natürlich immer sehr voll.

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Allzu schnell war der Tag auch schon wieder vorbei und ich musste zum Hauptbahnhof zurück. Dort wurde übrigens 1997 ein Einkaufszentrum auf 3 Ebenen mit über 140 Geschäften eröffnet.

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Ich hoffe, ich konnte euch einen kleinen Einblick verschaffen und ihr habt Lust bekommen, Leipzig mal einen Besuch abzustatten.

Text und Fotos: Susanne Sommerfeld

Lebenszeichen

Hallo ihr Lieben,

lange haben wir nichts mehr von uns hören lassen, aber derzeit stecke ich – Susanne Sommerfeld – bis über beide Ohren in der Erstellung eines Covers für meine neueste Kurzgeschichte, „Devil’s Ground“, die nächste Woche endlich erscheinen soll, und in der Überarbeitung meines ersten Romans. Daher kommt der Blog derzeit etwas zu kurz.

Da aber auch ich mal an die frische Luft muss, habe ich mal wieder meine geliebte Galloway-Herde bei Niesky (Sachsen) besucht. Diese schottische Rinderrasse sieht den schottischen Hochlandrindern sehr ähnlich, hat aber keine Hörner. Es sind schon beeindruckend große Tiere und ich würde mir nicht wagen, die Weide zu betreten.

Die Familie, die diese Rinder züchtet, macht dies nur für den Eigenbedarf. Die Tiere führen ein artgerechtes Leben mitten im schönen Seengebiet bei Niesky. Ein paar hundert Meter weiter konnten wir jede Menge Graugänse und Kraniche sowie anderes Wassergeflügel beobachten. Leider waren diese Tiere etwas zu weit weg für meine Handykamera, daher gibt es heute nur Bilder von den Galloways.

Text und Fotos: Susanne Sommerfeld

Bob, der Streuner – Der Film

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Hallo liebe Leserinnen und Leser,

gerade komme ich aus dem Kino und bin noch ganz ergriffen. Wer kennt sie nicht, die Geschichte von dem hübschen roten Kater namens Bob, der den drogenabhängigen Straßenmusiker James auf seinem Weg raus aus der Sucht begleitet und am Ende sein Herrchen berühmt macht. Na ja, eigentlich wird Bob berühmt, sein Herrchen ist eher der Nebendarsteller. Aber er trägt es mit Fassung.

So gibt es mittlerweile etliche Bücher über Bobs und James‘ Geschichte. Und jetzt auch einen Film. Nachdem ich die Bücher verschlungen habe, konnte ich es heute kaum abwarten, endlich ins Kino zu kommen. Und scheinbar war ich nicht alleine, denn der Saal war so gut wie ausverkauft.

Die Verfilmung ist wirklich gut gelungen. Bob spielt sich in vielen Szenen selbst, wird aber auch durch andere Katzen“kollegen“ dargestellt. Ich bin ehrlich, ich habe keinen Unterschied gemerkt. Die Geschichte kannte ich natürlich durch das Lesen der Bücher schon. Trotzdem habe ich an den kritischen Stellen, wie auch im Buch, mit James und Bob mitgefiebert. Die Szenen, in denen James einen Entzug von Methadon macht oder als ihm Bob für zwei Tage entlaufen war – die waren besonders beeindruckend. Tränchen im Auge waren auf jeden Fall vorhanden.

Luke Treadaway hat James sehr gut verkörpert und sah ihm auch verflixt ähnlich. In einer Szene (im Buchladen) gibt sich James Bowen dann noch persönlich die Ehre. Und Bob, der sah in wirklich jeder Lebenslage süß aus. Einfach ein beeindruckender Kater, den selbst das Großstadtgewusel Londons nicht aus der Ruhe bringt, es sei denn, ein Hund will ihm ans Leder.

Den Katzenliebhabern unter euch kann ich den Film wärmstens empfehlen. Herzerwärmend und mit Happy End – so etwas kann man in diesen Zeiten gut gebrauchen.

Text und Foto: Susanne Sommerfeld

Nellys Stippvisite

Hatte ich da gerade die Türklingel gehört? Verschlafen schielte ich zum Wecker. Halb fünf morgens, also musste ich geträumt haben. Kaum hatte ich mich entspannt noch einmal umgedreht, da klingelte es erneut. Empört stieg ich aus dem Bett. Wer traute sich denn, an einem Samstag um diese Zeit zu klingeln? Mit einem mulmigen Gefühl näherte ich mich der Tür. Es war doch hoffentlich nichts passiert? Wer war das nur, die Polizei etwa? Auf nackten Sohlen schlich ich im dunklen Flur Richtung Tür und schaute durch den Spion. Bei dem Anblick, der sich mir bot, stockte mir glatt der Atem. Mein Nachbar stand im Schlafanzug vor der Tür, mit meiner Katze Nelly auf dem Arm. Wie konnte das sein? Ich riss die Tür auf und in diesem Moment sprang Nelly ganz galant von Nachbars Arm, eilte in meine Wohnung und nahm ihren Lieblingsplatz auf dem Sofa ein.

Mein Nachbar erzählte mir nun, wie Nelly ihn des Nachts überrascht hatte. Sie war über unser Dachfenster zu einem nächtlichen Spaziergang aufgebrochen. Scheinbar hatte sie entschieden, dem Nachbarn noch einen Besuch abzustatten und war über sein Dachfenster direkt im Ehebett gelandet. Beide waren zu Tode erschrocken, als auf einmal eine Katze wie aus heiterem Himmel auf sie fiel. Da mein Nachbar Nelly kannte, machte er sich umgehend auf den Weg zu mir. Seine Frau jedoch mied mich in der folgenden Zeit. Scheinbar war sie nachtragender als ihr Mann.

Mir war diese Sache sehr peinlich, aber mein Nachbar nahm das Ganze locker und meinte nur schmunzelnd: „Kann passieren“. Unserer guten Nachbarschaft hat diese Geschichte zum Glück keinen Abbruch getan. Mit einem kleinen Entschuldigungsgeschenk als Wiedergutmachung konnte ich mich noch einmal bei den netten Nachbarn für ihre Nachsicht bedanken.

Nelly schien jedoch ein schlechtes Gewissen gehabt zu haben, denn sie benahm sich danach vorbildlich, schnurrte und blickte mich stolz an. Und wie hätte ich dem Blick dieser niedlichen Katze auch widerstehen können? Schnell hatte ich ihr diese Stippvisite beim Nachbarn verziehen.

Nelly

 

 

 

Text und Foto: Uta Wentzke

Tanz auf dem Eis

Unsere tierischen Nachbarn haben es oft nicht leicht im Winter. Auf die Fütterung mit altem Brot solltet ihr aber bitte trotzdem verzichten. Frisches Brot darf nur in kleinen Mengen und dann auch nur klein geschnitten gefüttert werden. Es gibt aber auch spezielles Futter für Wassergeflügel im Handel.

 

 

 

 

 

Fotos: Susanne Sommerfeld

Nicht die Semperoper, aber …

Erst einmal wünschen wir allen Leserinnen und Lesern ein gesundes und glückliches neues Jahr.

Mein Weihnachtsfest habe ich in Görlitz verbracht. Und wie es seit Jahren bei uns Tradition ist, gehen wir vor und zu Weihnachten in das Gerhart-Hauptmann-Theater in Görlitz. Es ist ein kleines Haus, aber immer wieder staune ich, welch gute Aufführungen dort geboten werden.

Am 23.12.2016 waren wir im 39. Weihnachtskonzert, welches dieses Jahr unter dem Motto „Brenne auf, mein Licht“ stand. Wie jedes Jahr gab es ein von Stefan Bley liebevoll ausgewähltes Repertoire zu hören. Weihnachtliche und winterliche Stücke z. B. von Edward Grieg, Arthur Foote, aber auch dem weniger bekannten Charles Villiers Stanford, einem irischen Komponisten, wurden von der Lausitzer Philharmonie zu Gehör gebracht. Die Mitglieder der Tanzcompany zeigten ihr Können zu einem schottischen Volklied. Richtig Schwung kam dann mit den „Schlittschuhläufern“ von Émile Waldteufel auf. Auch Joseph Haydn, Carl Philipp Emanuel Bach sowie Antonin Dvorak fehlten nicht. Alles in allem ein gelungener Nachmittag mit bekannten und neuen Klängen. 2017 feiert das Görlitzer Weihnachtskonzert sein 40. Jubiläum und wir sind schon gespannt, was sich Herr Bley dafür einfallen lassen wird.

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Am zweiten Weihnachtsfeiertag war dann eine Operette angesagt, „Orpheus in der Unterwelt“ von Jacques Offenbach. Die Inszenierung war ein Augenschmaus und sehr gelungen, herrlich bunte Kostüme und viel Liebe zum Detail. Die Sänger, Tänzer und die Lausitzer Philharmonie haben zu einem gelungenen Abend beigetragen, was dann auch mit Standing Ovations belohnt wurde. Wer diese Vorstellung noch sehen möchte: am 15.01.2017 ist noch einmal Gelegenheit dafür.

 

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Text und Fotos: Susanne Sommerfeld

Der perfekte Weihnachtsbaum

Wir wünschen unseren Leserinnen und Lesern ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest. Zum Einstimmen hier eine kurze Geschichte.

Die ersten Schneeflocken des Winters fielen vom wolkenverhangenen Himmel und legten sich leise auf alle Oberflächen. Bald schon waren Bäume, Sträucher und Wiesen weiß bedeckt und die Kinder des Dorfes konnten es kaum erwarten, einen Schneemann zu bauen. Doch Geduld war gefragt, noch reichte der Schnee nicht dafür. Die kleine Sarah stapfte mit ihren neuen roten Winterstiefeln über die Wiese hinter dem Haus und schaute missmutig in den Himmel. Wenn es doch nur schneller schneien würde, dachte sie. Als ob die grauen Wolken ein Einsehen mit ihr hätten, fielen immer mehr und immer größere Schneeflocken herab und bald sah Sarah selbst aus wie ein Schneemann. Lachend drehte sie sich ein paar Mal um sich selbst und rannte dann los, immer weiter bis zum nahegelegenen Waldrand. Bald konnte sie die Stimmen der anderen spielenden Kinder nur noch gedämpft hören. Ihre Eltern hatten ihr verboten, zu weit in den Wald hineinzulaufen, aber sie wollte sich nur ein wenig umschauen. Schließlich war Adventszeit und vielleicht würde sie einen geeigneten Weihnachtsbaum entdecken, den sie dann ihrem Vater zeigen könnte. Jedes Jahr holte ihre Familie einen kleinen Baum aus dem Wald, stellte ihn mitten in das gemütliche Wohnzimmer und schmückte ihn gemeinsam. Dieses Ritual liebte Sarah sehr und so hielt sie Ausschau nach einem schönen Baum. Es gab so viel zu entdecken im Wald und sie liebte die Stille dort.

Plötzlich raschelte es im Unterholz. Sarah zuckte zusammen und ihr wurde schlagartig bewusst, wie weit sie schon in den Wald vorgedrungen war. Sie drehte sich um und konnte den Waldrand und die Wiese nicht mehr sehen. Obwohl sie sich vorher noch nie im Wald gefürchtet hatte, bekam sie jetzt doch ein wenig Angst und wollte gerade den Rückweg antreten, als zwischen den Bäumen etwas aufblitzte. Ihre Nackenhaare stellten sich auf, aber die kindliche Neugier konnte sie nicht unterdrücken. Langsam näherte sie sich der Stelle, von der inzwischen ein helles Leuchten ausging. Nach einigen Metern trat sie auf eine Lichtung und schaute mit großen Augen auf das Schauspiel, welches sich ihr bot. Mitten auf der Lichtung stand die schönste Tanne, die sie je gesehen hatte, und ein goldenes Licht umgab den prachtvollen Baum. Die auf die Zweige fallenden Schneeflocken glitzerten ebenfalls goldfarben und wirkten wie weihnachtlich funkelnder Baumschmuck. Sie lief auf den Baum zu und wusste, sie hatte den perfekten Familienweihnachtsbaum für das diesjährige Fest gefunden. Vor ihrem geistigen Auge sah sie bereits, wie wunderbar er das Wohnzimmer schmücken würde. Ihr Vater würde stolz auf sie sein und sicher auch vergessen, sie zu tadeln, weil sie allein in den Wald gelaufen war.

Nun wollte sie schnell nach Hause laufen und später mit ihrem Vater zurückkommen, um den Baum zu fällen. Im Gehen drehte sie sich noch einmal zu der Lichtung um und stolperte dabei über eine am Boden liegende Wurzel. Zum Glück lag noch Laub am Boden und die Schneeschicht dämpfte ihren Sturz zusätzlich. Vor sich hin schimpfend rappelte sie sich wieder auf und klopfte sich den Schnee von der Hose und ihrem Mantel. Da drang ein leises Klingeln an ihr Ohr. Erneut wendete sie sich der Lichtung zu und traute ihren Augen kaum. Neben der Tanne stand ein großer Schlitten, vor dem neun graubraune Rentiere eingespannt waren. Jedes Rentier hatte ein rotes Band mit einem silbernen Glöckchen um den Hals. Auf dem Schlitten saß ein älterer beleibter Mann mit einem langen weißen Bart, bekleidet mit einem weiten roten Mantel. Auf seinem Kopf saß eine ebenfalls rote Mütze, welche mit weißem Pelz besetzt war. Er schaute zu Sarah hinüber und winkte ihr. Selbst von hier aus konnte sie sein freundliches Gesicht erkennen. Sarah rieb sich die Augen und war sich auf einmal nicht mehr sicher, ob sie wach war oder träumte. Eilig kniff sie sich fest in den linken Arm. Au! Mehrfach zwinkerte sie mit den Augen, aber der Schlitten, der alte Mann, die Rentiere und der leuchtende Weihnachtsbaum waren immer noch da. Sarah stand wie angewurzelt und traute sich kaum zu atmen. Sie glaubte schon seit einiger Zeit nicht mehr an den Weihnachtsmann und ahnte, dass ihre Eltern hinter den Geschenken für sie steckten. Dessen war sie sich jetzt jedoch nicht mehr so sicher. Auf einmal ertönte ein lauter Pfiff und die Rentiere setzten den Schlitten in Gang. Der Weihnachtsmann winkte ihr noch einmal zu und Sarah winkte schüchtern zurück. Der Schlitten drehte noch eine Ehrenrunde auf der Lichtung und erhob sich dann in die Luft. Nur wenige Minuten später war Sarahs persönliches Weihnachtsmärchen vorbei, der Baum stand einsam auf der Lichtung, das Strahlen war erloschen und Stille senkte sich erneut über den Wald.

Sarah löste sich langsam aus ihrer Starre und trat den Heimweg an. Sie hatte entschieden, niemandem etwas von ihrem Erlebnis zu erzählen und auch den Baum zu verschonen. Ihn zu fällen und dann kurz nach Weihnachten zu entsorgen, wäre eine Schande. Nächstes Jahr in der Adventszeit würde sie ihn wieder besuchen und hoffte auf ein Wiedersehen mit dem Weihnachtsmann und den Rentieren.

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Text und Foto: Susanne Sommerfeld