Yellowstone (2)

Im zweiten Teil meines Berichts über meine Reise in den Yellowstone-Nationalpark im Jahr 2005 soll es nun um den Kojoten gehen.

 

 

 

 

Der Kojote gehört ebenso wie der Wolf zur Familie der Hundeartigen. Er ähnelt dem Wolf und wird auch gern mit diesem verwechselt, ist aber schmaler und kleiner. Ich habe während meiner Reise etliche Kojoten gesehen. Meistens sind sie allein unterwegs, manchmal habe ich zwei Tiere zusammen gesehen. Sie müssen immer Vorsicht walten lassen, besonders, wenn sie fressen. Der Wolf ist ihnen nicht freundlich gesonnen und ihnen droht der Tod, wenn sie von einem Rudel überrascht werden.

 

 

Meine schönste Begegnung mit einem Kojoten hatte ich, als die Reisegruppe an einem Aussichtspunkt parkte und wir alle ausstiegen und Ausschau nach Wölfen hielten. Auf einmal kam ein Kojote von der Straße auf uns zu. Er schien vor sich hin geträumt zu haben, denn er bemerkte uns erst sehr spät.

 

 

 

 

Im ersten Moment stutzte er und überlegte, ob er lieber einen großen Bogen um uns machen sollte, dann aber ging er ganz entspannt an uns vorbei und setzte seinen Weg auf der geräumten Straße fort. Aber nicht, ohne sich vorher noch einmal nach uns umzuschauen.

 

 

 

 

Besonders putzig ist es, wenn die Kojoten heulen. Genau wie ihr großer Bruder, der Wolf, legen sie den Kopf in den Nacken. Doch ihr Heulen ist höher und wird ab und zu mit einem Bellen unterbrochen.

 

 

In Amerika sind Kojoten oft nicht gerade beliebt und werden gejagt. Doch das hat sie nie an den Rand der Ausrottung gebracht, im Gegensatz zum Wolf. Sie sind gewitzt und haben sich teilweise sogar in Städten durchgesetzt.

 

 

Text und Fotos: Susanne Sommerfeld

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Frohe Ostern

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Liebe Leserinnen und liebe Leser,

wir wünschen euch ein schönes Osterfest im Kreis eurer Lieben. Genießt die freien Tage und bleibt gesund. 🙂

Liebe Grüße,

eure Uta und Susanne

Yellowstone (1)

Es ist schon etliche Jahre her, aber ich erinnere mich immer wieder gern an meine erste Reise ins Ausland, nach Amerika in den Yellowstone Nationalpark. Im Januar 2005 war das – genau 10 Jahre nach der Wiederansiedlung der Wölfe im Park. Diese Wölfe waren auch der Anlass für die Reise. Als Mitglied einer kleinen Reisegruppe unter Leitung von Elli Radinger, der Gründerin der Gesellschaft zum Schutz der Wölfe e. V., startete ich in das Abenteuer.

 

 

In meinem ersten Beitrag zu dieser Reise soll es um die Bisons gehen. Denn dies waren die ersten großen freilebenden Tiere, die ich im Park zu sehen bekam.

 

 

 

 

Sind sie nicht imposant? Diese sanften Riesen versammeln sich vor allem im Winter im geschützten Lamar Valley, da es dort weniger Schnee und mehr Futter gibt. Die einzige Straße im Park, die im Winter von Schnee befreit wird, führt genau durch dieses Tal und ich kam somit jeden Tag in den Genuss ihres Anblicks.

 

 

 

Im Winter nehmen sie auch gern die geräumte Straße. Dann heißt es „Bisonstau“. Die Bisons haben „Vorfahrt“ im Park und die Autofahrer müssen warten. Die Ranger des Parks überwachen dies auch penibel. Wer sich nicht an die Parkregeln hält, bekommt teilweise sogar ein Verbot, den Park in den nächsten Monaten zu betreten.

 

 

 

Auf die Kleinen wird besonders geachtet. Wenn Gefahr besteht, werden die Jungtiere in die Mitte genommen und die älteren Tiere bilden einen Kreis um sie. So sind sie gut geschützt vor Angriffen durch Raubtiere. Doch das größte Raubtier, das ist – wie immer – der Mensch.

 

 

Was ich damals noch nicht wusste, ist, dass die Bisons bedroht sind. Ja, sie leben in einem Nationalpark und ja, dort sind sie halbwegs sicher. Aber Bisons wandern und sie kennen keine Parkgrenzen. Sehr zum Ärger der Rinderzüchter, die auf den Weiden rund um den Park ihre wertvollen Rinder grasen lassen. Durch die Bisons fühlen sie sich bedroht, da diese die Ressource Gras ebenfalls beanspruchen. Und so kam die Geschichte mit der Brucellose auf. Dies ist eine Erkrankung, die u. a. von Hirschen auf Rinder übertragen werden kann. Allerdings ist meines Wissens nach kein Fall bekannt, bei dem diese Erkrankung von einem Bison auf ein Rind übertragen wurde. Da die Rinderzüchter jedoch eine große Lobby darstellen, wird dieser Fakt auch vom Parkmanagement ignoriert. Hunderte Bisons werden jedes Jahr getötet, wenn sie die Parkgrenzen übertreten. Sie werden eingefangen, getestet und kommen dann entweder ins Schlachthaus oder werden an private Züchter verkauft. Mit gesunden und kräftigen Bisons lässt sich gut Geld machen.

 

 

Zum Glück gibt es vor Ort Menschen, die sich täglich dafür einsetzen, dass die Bisons verschont werden bzw. nicht mehr so abscheulich gejagt und getötet werden wie noch vor einigen Jahren. Die Mitglieder der Buffalo Field Campaign (BFC) verdienen meinen größten Respekt. Hier könnt ihr mehr über diesen Verein erfahren: Buffalo Field Campaign.

 

 

Trotz des Einsatzes sind in diesem Winter schon wieder mehr als 800 Tiere getötet worden und ca. 100 befinden sich in der Stephens Creek-Auffangstation, aus der sie mit Sicherheit nicht lebend herauskommen. Weniger als 3700 Tiere leben noch frei im Park. Das klingt vielleicht erst mal nicht so wenig, aber zur Erhaltung einer gesunden Population ist es auf Dauer zu wenig. Und das Töten geht weiter.

 

 

 

 

Ich hoffe so sehr, dass es gelingen wird, die Yellowstone-Bisons zu schützen, auch außerhalb der Parkgrenzen. Bilder wie die obigen sollten noch in vielen Jahrzehnten für Besucher zu sehen sein.

 

Im nächsten Teil geht es um einen nahen Verwandten des Wolfs: den Kojoten. Auch er lebt im Yellowstone Nationalpark und ist recht häufig zu sehen. Ich hatte das Glück, ihm sehr nah zu kommen.

 

 

Text und Fotos: Susanne Sommerfeld

 

„Das kleinste Katzentier ist ein Meisterstück“

Diesem Zitat von Leonardo da Vinci stimme ich uneingeschränkt zu. Katzen sind etwas Besonderes. So ist es nicht verwunderlich, dass der Mensch seit Jahrtausenden mit ihnen zusammenlebt. Vielleicht entdeckt er auch seine eigenen Charaktereigenschaften in der Katze wieder. Stolz und Unabhängigkeit, Anhänglichkeit, jedoch nur, wenn es ihr beliebt, so kennen wir sie.

 

Bereits meine Kindheit habe ich mit Katzen verbracht. Hauskatze Tapsi war ein treuer Begleiter durch meine Kindertage. Als ich erwachsen wurde, zog Kartäuser-Kater Adonis bei uns ein. 18 Jahre lebte er bei uns, bevor er über die Regenbogenbrücke ging. Lange hielten wir es nicht ohne Katze aus. Seit sechs Jahren leisten uns die beiden British-Kurzhaar-Schwestern Nelly und Samira Gesellschaft.

 

Sanftheit, Zuneigung und eine bedingungslose Liebe uns Menschen gegenüber, das ist es, was uns an ihnen fasziniert. Elegant schreiten unsere beiden Divas durch die Räumlichkeiten, als wären sie sich ihrer Schönheit bewusst. Jederzeit sind sie für eine Schmuseeinheit zu haben. Die Schwestern hängen sehr aneinander. Fast alles unternehmen sie gemeinsam.

 

Das geht bereits am Morgen los. Beide sitzen erwartungsvoll in der Badewanne und warten ungeduldig, bis wir den Wasserhahn aufdrehen für die sprichwörtliche Katzenwäsche.

 

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Einträchtig fressen sie nebeneinander ohne Streit. Bis die Zweibeiner von der Arbeit nach Hause kommen, verschlafen sie den Tag.

 

 

Warum sollten wir den Puppenwagen nicht einmal zweckentfremden? Für ein Schläfchen ist der allemal gut.

 

 

Sobald sich jedoch die Wohnungstür öffnet, erwachen die beiden Tiger zum Leben. Nun stehen Kuscheln und Spielen auf dem Programm. Samira ist besonders mitteilsam und erzählt „schnatternd“ von ihrem Tag. Liebenswürdiger kann man nicht begrüßt werden.

 

Besonders einfühlsam sind unsere Katzen, wenn es uns nicht gut geht. Sie legen sich mit ins Bett und verschlafen die Zeit, bis wir wieder fit sind.

 

Wir und unsere Samtpfötchen, das ist eine wunderbare Beziehung.

 

Ich möchte meine Liebeserklärung mit den Worten von R. M. Rilke ergänzen:
„Das Leben und dazu eine Katze, das ergibt eine unglaubliche Summe, ich schwör`s euch!!“

 

Text und Fotos: Uta Wentzke

Review: Die Verlegerin

Als ich den Trailer des neuen Kinofilms „Die Verlegerin“ gesehen habe, wusste ich sofort, da muss ich rein. Ich gebe zu, dass ich mich vorab noch einmal bezüglich des Vietnam-Krieges und der sogenannten Pentagon-Papiere belesen habe, um das notwendige Hintergrundwissen für diesen Film zu haben.

 

„Meine Entscheidung steht und ich gehe jetzt ins Bett.“ Mit diesem Satz bringt Katharine Graham, gespielt von Meryl Streep, den Stein ins Rollen. Nachdem es der New York Times per Gerichtsbeschluss untersagt wurde, weitere Informationen aus den entwendeten geheimen Pentagon-Papieren preiszugeben, stellt sich die Verlegerin der Washington Post gegen die Unterdrückung der Pressefreiheit und veröffentlicht weitere brisante Informationen darüber, wie die Vereinigten Staaten und damit vier Präsidenten das Volk in Bezug auf den Vietnam-Krieg belogen haben. Katharine Graham hat es nicht leicht. Sie übernimmt den Chefposten bei der Washington Post nach dem Selbstmord ihres Mannes im Jahr 1963, einer Zeit, in der Frauen so gut wie nie in leitenden Positionen zu finden sind. Ob es sich um ihre Kollegen, die Vorstandsmitglieder oder die Banker handelt, immer muss sie sich gegen Männer behaupten, die ihr keine großen Entscheidungen zutrauen. In ihrem Chefredakteur Ben Bradlee (Tom Hanks) hat sie einen Verbündeten, der an sie glaubt und zusammen mit ihr 1971 die Pentagon-Dokumente veröffentlichen möchte. Als sich Graham zur Veröffentlichung entscheidet, ziehen aus Solidarität auch andere US-Zeitungsverleger nach und beteiligen sich an der Preisgabe der Informationen. In einem Gerichtsverfahren gewinnt die Washington Post den Prozess und damit gewinnt auch die Pressefreiheit.

 

Mein Fazit: Steven Spielberg hat einen großartigen Film geschaffen, der auf einer wahren Geschichte basiert. Mit Meryl Streep hat er außerdem meiner Meinung nach die bestmögliche Schauspielerin für diese Rolle eingesetzt. Sie verkörpert die erst etwas zurückhaltende, mit zunehmender Verantwortung auch risikofreudigere Katharine Graham perfekt. Der Film hat mir sehr gut gefallen und meine Geschichtskenntnisse auch ein wenig aufgefrischt. Und es hat mir vor Augen geführt, wie wichtig die Pressefreiheit ist und welch wichtige Funktion Journalisten haben und dass sie das nie vergessen sollten!

 

Text: Susanne Sommerfeld

 

Schloss & Park Pillnitz

Heute war ein eiskalter, aber wunderbar sonniger Sonntag. Also habe ich mir nach Monaten endlich mal wieder meine Kamera geschnappt und bin in den Schlosspark Pillnitz gefahren. Zwei Stunden lang habe ich dem eisigen Ostwind getrotzt und mit klammen Fingern fotografiert. Zum Glück konnte ich mich immer wieder in der Sonne aufwärmen.

Hier ein paar meiner Bilder:

 

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Ich wünsche euch noch einen schönen Sonntagabend und einen guten Start in die neue Woche.

 

Text und Fotos: Susanne Sommerfeld

Review: Three Billboards Outside Ebbing, Missouri

Ich komme gerade aus dem Kino, aus „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“. Ein für deutsche Ohren etwas sperriger Titel, aber ein wirklich empfehlenswerter Film. Schon lange hat mich kein Film mehr so bewegt wie dieser.

Mildred Hayes, wunderbar gespielt von Frances McDormand, hat vor einigen Monaten ihre Tochter verloren. Sie wurde vergewaltigt und ermordet. Der Mörder wurde jedoch bis jetzt nicht gefasst. Die Schuld dafür gibt Mildred dem Polizeichef von Ebbing, William Willoughby (Woody Harrelson). Um die Aufmerksamkeit auf diesen Fall zu ziehen, mietet sie die drei Billboards kurz vor Ebbing, die schon seit über 30 Jahren nicht mehr für Werbezwecke genutzt wurden. Anklagend stehen nun die übergroßen roten Werbetafeln auf der Wiese, auf der Mildred Hayes‘ Tochter starb, und mahnen William Willoughby in großen Buchstaben, den Mörder endlich zu finden.

In den knapp 2 Stunden passiert so Einiges. Es wird gelacht, geweint, geschrien, geschlagen – sehr viele Emotionen. Mildred Hayes ist eine Frau, die für Gerechtigkeit kämpft, dafür, dass der Mörder ihrer Tochter gestellt wird. Ihr Sohn gerät dadurch oft in den Hintergrund und Mildred vergisst, dass auch er unter dem Tod seiner Schwester leidet. Frances McDormand spielt die Rolle der Mildred Hayes sehr überzeugend. Sie ist auf der einen Seite herb und manchmal auch etwas ordinär, auf der anderen Seite aber auch verletzlich und voller Trauer. Woody Harrelson spielt den Chef der Polizei sehr glaubwürdig. Auch wenn ich anfangs komplett auf Mildreds Seite stand, wurde mir William Willoughby nach und nach sympathischer, auch durch seine privaten Probleme. Es gab aber auch einen Polizisten, der absolut unsymphatisch, schon beinahe abstoßend, war, Jason Dixon (Sam Rockwell). Manchmal habe ich einfach nur nach Luft geschnappt, erstaunt darüber, dass so ein Mensch Polizist werden kann. Doch auch Dixon sorgt im Laufe des Films für Überraschungen. Mehr möchte ich eigentlich auch gar nicht verraten. Ihr müsst es euch schon selbst ansehen.

Ich kann euch den Film ans Herz legen. Es ist die richtige Mischung aus Dramatik und Spannung, aber auch einer Prise Humor. Denn auch Mildred Hayes hat ihren Humor nicht verloren, trotz ihrer tragischen Geschichte.

Ein schönes Winterwochenende mit viel Sonnenschein wünscht euch,

Susanne Sommerfeld